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Kuratorin und Literaturwissenschaftlerin Dr. Ismahan Wayah spricht über die Möglichkeit der Teilhabe als Aufgabe von Kulturinstitutionen – Foto: Sophie-Marie Jahn

Brandenburg an der Havel

FOCUS 2024

Drei Tage lang kamen Vertreter:innen von Kunst- und Kulturinstitutionen aus ganz Deutschland in Brandenburg an der Havel zusammen, um darüber zu diskutieren, wie ein Museum für alle aussieht und ob dieses Ziel überhaupt zu erreichen ist. Im Archäologischen Landesmuseum erwartete die Teilnehmenden vom 22. April bis 24. April 2024 ein Mix aus Fachvorträgen und Workshops sowie anderen Kommunikationsformaten unter dem Titel "KEIN Museum für alle!?".

Am Montag wurde im Rahmen der Fachtagung unter anderem diskutiert, wer ein Recht auf Kultur hat und warum Teilhabe eigentlich so wichtig ist. An den folgenden beiden Tagen standen dann die Themen Inklusion, Barrierefreiheit und Ko-Kreation im Vordergrund. Neben theoretischen Ausführungen gab es zahlreiche Impulse aus der Praxis, zum Beispiel von Dr. Bruno Wiedermann-Kashefipour vom Stadtmuseum Tübingen, von Mirah Laline vom Deutschen Theater in Berlin oder von Judith Bauerfeind vom Deutschen Technikmuseum Berlin. Darüber hinaus gab Gebärdensprachdolmetscher Mathias Schäfer von Yomma – ein Unternehmen für Gebärdensprache – erste Tipps an die Hand, wie sich Museen inklusiver für Hörgeschädigte gestalten können.

Parallel zu den Vorträgen gab es zwischendurch verschiedene Workshop-Angebote, in denen sich die Teilnehmer:innen mit einzelnen Themen detaillierter auseinandersetzten und sensibilisiert wurden.  Darüber hinaus wurden auch Führungen durch das Archäologische Landesmuseum angeboten sowie ein Speed-Dating-Format.

Das breit aufgestellte Veranstaltungsprogramm und die in dessen Rahmen entstandenen Diskussionen verdeutlichen, wie unterschiedlich die Ansätze der Institutionen sind, um ihr Haus offen und zugänglich zu gestalten. Dabei spielen auch die Theaterpädagogik und die Kulturvermittlung eine immer wichtigere Rolle.

 

Unsere zentralen Erkenntnisse der Tagung:
 

1. Der Preis ist nur eine nachrangige Besuchsbarriere. Aspekte wie Interesse und Zeit sowie die Peer Group haben einen größeren Einfluss auf die Entscheidung, ein Museum zu besuchen.
 

2. Wichtig sind Inklusion und Diversität in den 3 Ps – Programm, Personal und Publikum.
 

3. Man kann nicht für andere gestalten, sondern nur mit. Daher sollten betroffene Gruppen aktiv in die Prozesse eingebunden werden.
 

4. Die Digitalisierung kann die Kultur- und Wissensvermittlung fördern. Doch auch im digitalen Raum oder bei digitalen Elementen vor Ort sollte an die Barrierefreiheit gedacht werden.
 

5. Zudem sollten Einrichtungen verstärkt auf ihre Angebote für Menschen mit Einschränkungen aufmerksam machen und diese deutlich kommunizieren.

 

 

(alle Fotos: Sophie-Marie Jahn)

 

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