
Über die Hälfte der Deutschen hätte gerne die Möglichkeit, online wählen zu können – Foto: Christian Schwier – Fotolia
Wahlbeteiligung
Mehrheit der Deutschen wünscht sich Online-Wahlen
Bislang geben die meisten Deutschen im Wahllokal vor Ort oder per Briefwahl ihre Stimme ab. Doch mit der zunehmenden Digitalisierung rückt auch das Thema Online-Wahlen immer weiter in den Vordergrund. Eine Umfrage des Digitalverband Bitkom e. V., Berlin, zeigt, dass knapp 60 Prozent der Befragten gerne online ihre Stimme abgeben wollen – vor allem jüngere Menschen. In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen gaben 73 Prozent an, dass sie gerne online wählen würden. Bei Menschen zwischen 30 und 49 Jahren sind es 71 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen 61 Prozent. Am niedrigsten ist der Wert bei der Altersgruppe ab 65 Jahren. Doch auch in dieser würden gerne 38 Prozent zur digitalen Wahlurne gehen. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst sagt: "Große Teile des Lebens haben sich in den digitalen Raum verlagert. Digital wählen, das sollte auch in Deutschland möglich sein. Mit Online-Wahlen, wie sie in anderen Ländern längst Standard sind, könnten wir die Demokratie beleben und Staat und Politik näher zu den Menschen bringen."
Neben der Möglichkeit der digitalen Stimmabgabe befragte Bitkom die 1.005 Teilnehmenden auch zur anstehenden Europawahl am 9. Juni 2024. Demnach wollen nur 33 Prozent definitiv bei der Europawahl abstimmen. Weitere 26 Prozent tendieren zu "eher ja". Dem gegenüber stehen 22 Prozent, die "eher nein" angegeben haben als sie nach ihrer Wahlbeteiligung befragt wurden. 15 Prozent schließen die Teilnahme an der Europawahl bereits jetzt aus. Dabei zeigt die Bitkom-Umfrage auch, dass die Möglichkeit der Online-Wahl einige Nicht-Wähler:innen umstimmen könnte. So gaben zehn Prozent der Befragten, die aktuell bei der Europawahl nicht abstimmen wollen, an, dass sie bei einer Online-Wahl "auf jeden Fall" wählen würden. 26 Prozent würden es eher in Betracht ziehen, 22 Prozent eher nicht. Ein Drittel bleibt unter allen Umständen bei der Nichtwahl (34 %). "Die größte Wählergruppe sind oft die Nichtwähler. Die Möglichkeit zur digitalen Wahl würde die politische Partizipation steigern. Insbesondere jüngere Menschen ließen sich durch ein sicheres und vertrauenswürdiges Online-Verfahren besser abholen", so Wintergerst.
Sophie-Marie Jahn 29.04.2024










