
Die Haupttagung der diesjährigen Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes fand in der Stadthalle Aschaffenburg statt - Foto: Kurt Sauer
DMB
Jahrestagung Deutscher Museumsbund 2024
"Museen durch Krisen navigieren" lautete das Motto der Jahrestagung 2024 des Deutschen Museumsbundes mit Sitz in Berlin. Die Veranstaltung, die jährlich durchgeführt wird, fand vom 5. bis 8. Mai 2024 statt. Fast 700 Teilnehmer:innen folgten der Einladung und kamen nach Aschaffenburg, um sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen über ihre Erfahrungen in der Krisenbewältigung auszutauschen und gemeinsam erste Ideen für die strategische Krisenprävention zu entwickeln.
Den Rahmen der Haupttagung bildeten wie gewohnt der erste Veranstaltungstag mit seinen Exkursionen – dieses Mal ging es in die Staatsgalerie Aschaffenburg, das Stiftsmuseum Aschaffenburg und die Kunsthalle Jesuitenkirche – und der vierte Veranstaltungstag, der jährlich den Fachgruppen vorbehalten ist
Die Tage zwei und drei hielten für die Museumsfachleute eine Vielzahl an Vorträgen bereit. Zur Einstimmung wurde über die Auswirkungen von Krisen auf die Gesellschaft aus psychologischer Sicht gesprochen. Im weiteren Verlauf fokussierte sich der Museumsbund thematisch zunehmend auf Praxisbeispiele. So erklärten Florian Bolenius, Verwaltungsdirektor der Deutschen Kinemathek, und Dr. Tobias Pfeifer-Helke, Stiftungsdirektor von der Friedenstein Stiftung Gotha, wie sie ihre Organisationen krisenfest gestalten. Zwar unterschieden sich ihre Vorgehensweisen, dennoch waren sie sich einig, dass für eine erfolgreiche Transformation das Wir-Gefühl gestärkt und den Mitarbeitenden die Angst genommen werden muss. Der Themenblock "Krisen praktisch bewältigen" gab Kulturvertreter:innen eine Bühne, die erst kürzlich eine Krise bewältigen mussten. Zu den Highlights gehörte der Vortrag von Bettina Scheeder, ehemalige Geschäftsführerin des Museumsverbands Rheinland-Pfalz. Sie berichtete über die Probleme, die sich bei der Bergung der Sammlung des Stadtmuseums Bad-Neuenahr-Ahrweiler kurz nach der Flutkatastrophe 2021 ergaben. Sie plädierte dafür, dass Museen sich besser auf Krisen wie diese vorbereiten müssen, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.
Der zweite Kongresstag startet mit einer Fishbowl-Diskussion zum Thema "Museen vs. Populismus". Im Zuge dessen berichteten Anwesende von ihren Erfahrungen mit Anfeindungen, Hass und sogar Morddrohungen - vor allem aus dem politisch rechten Lager. Außerdem kam die Diskussion auf, ob und inwieweit die Politik Einfluss auf die Museumsarbeit nehmen darf. Anschließend folgte ein Vortragsblock mit verschiedenen Praxisbeispielen, in denen Museen als Krisenbegleiter fungiert haben oder noch immer agieren. So hat das Deutsche Technikmuseum in Berlin während der Corona-Pandemie eine hybride Sonderausstellung auf die Beine gestellt, die einen Einblick in die Entwicklung des Impfstoffes von BioNtech gibt. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sind zahlreiche ukrainische Menschen nach Deutschland gekommen. Das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum der Museen in Nürnberg bietet daher unter der Leitung der Projektmitarbeiterin Kateryna Chebotarova, die die Ukraine aufgrund des Krieges selbst verlassen musste, Führungen und Workshops für die ukrainische Community an.
Am Nachmittag wurde dann der DigAMus Award verliehen, der innovative, digitale Projekte von Kunst- und Kulturinstitutionen auszeichnet. Seit 2022 ist der Deutsche Museumsbund Partner des DigAMus Awards und wie auch schon im vergangenen Jahr wurde der Preis erneut im Rahmen der DMB-Jahrestagung vergeben. Um die 111 Projekte wurden bei der diesjährigen Runde eingereicht. In sieben verschiedenen Kategorien zeichnete die fünfköpfige Jury insgesamt acht Preisträger aus. Die diesjährigen Gewinner finden Sie hier.










