
Teilhabe
Deutsche haben Sorge, digital abgehängt zu werden
Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft sorgt dafür, dass regelmäßig neue digitale Technologien und Anwendungen auf den Markt kommen – oftmals mit dem Ziel, das Leben und den Alltag der Menschen zu verbessern. Im Rahmen einer Studie des Digitalverbands Bitkom, Berlin, haben 85 Prozent der Befragten auch angegeben, dass ihr Leben durch diese Entwicklungen unmittelbar erleichtert wird. Zudem sieht der Großteil die Digitalisierung grundsätzlich als positiv an. Dennoch führt die fortschreitende Digitalisierung bei den Befragten auch zu Unsicherheiten. So haben 44 Prozent Angst, der technischen Entwicklung nicht mehr folgen zu können. Weitere 41 Prozent fühlen sich sogar häufig überfordert, wenn sie digitale Technologien und Anwendungen benutzen – und das über alle Altersklassen hinweg.
Eine weitere Erkenntnis: 63 Prozent sind der Meinung, dass Deutschland digital gespalten ist. Damit ist der Wert in den vergangenen zwei Jahren weiter gestiegen (2023: 60 %, 2022: 58 %). Differenzen werden auch in der Umfrage deutlich. So sind die Befragten bei der Geschwindigkeit der Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft unterschiedlicher Meinung. Mehr als die Hälfte empfindet das Tempo als zu langsam (59 %). Für 16 Prozent ist die Geschwindigkeit genau richtig und 22 Prozent geht es sogar zu schnell. Letzteres wurde vor allem von der Altersgruppe ab 75 Jahren häufig genannt (47 %).
Darüber hinaus war auch das Thema Künstliche Intelligenz (KI) Gegenstand der Befragung. Dabei zeigt sich, dass sich KI allmählich im Alltag etabliert. 44 Prozent gaben an, dass KI ihren Alltag einfacher macht. Zudem würde die Hälfte gerne mehr über KI lernen (49 %). Des Weiteren sind 57 Prozent der Ansicht, dass alle Menschen die Möglichkeit erhalten sollten, sich mit KI vertraut zu machen. Doch auch bei diesem Thema schwingen Sorgen mit. Denn knapp die Hälfte sagt, dass KI den Menschen entmündigt. Insgesamt sehen die Deutschen das Thema KI aber eher als Chance für die Gesellschaft. Für lediglich 24 Prozent überwiegt die Gefahr.
Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst sagt: "Künftig müssen alle Menschen besser an der Digitalisierung teilhaben können, im Privaten wie am Arbeitsplatz, in der Stadt und auf dem Land, von klein auf bis ins hohe Alter. Dafür müssen wir digitale Technologien und deren Anwendung gut erklären und die Neugier für digitale Bildung wecken. Generative künstliche Intelligenz bietet für die Stärkung der digitalen Teilhabe dabei eine besondere Chance. Menschen, die sich mit Technologie sonst schwertun, können so einfacher Zugang zu digitalen Diensten erhalten. Sie können ihre Fragen und Anliegen in ihrer natürlichen Sprache ausdrücken und bekommen verständliche Antworten. Digitalisierung ist längst Teil unseres Alltags. Alle Menschen müssen selbstbestimmt und souverän an der Digitalisierung teilhaben können."
Die Bitkom-Studie zur digitalen Teilhabe wurde im Auftrag der Initiative "Digital für alle" anlässlich des bundesweiten Digitaltags am 7. Juni 2024 in Auftrag gegeben. An diesem Tag finden in ganz Deutschland rund 2.000 Aktionen statt, um die digitale Teilhabe und Kompetenzen zu stärken. Im Rahmen der Untersuchung wurden 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren befragt.
Sophie-Marie Jahn 05.06.2024









