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Marika Fischer (li.) und Ina Klemm stehen an der Spitze des Tourismusverband Chemnitz Zwickau Region e.V. – Foto: Oliver Göhler

Kulturhauptstadt 2025

"Chemnitz und Region müssen 2025 kulturell im Fokus stehen"

Vor knapp anderthalb Jahren hat der Tourismusverband Chemnitz Zwickau Region e.V. seine Arbeit aufgenommen. Das Bündnis aus der Chemnitzer Tourismus und Marketing GmbH (CTM) – ehemals Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH –, der Tourismusregion Zwickau e.V. sowie dem Heimat- und Verkehrsverein "Rochlitzer Muldental" e.V. wollen damit ihre Marketingaktivitäten bündeln und die touristischen Außenwahrnehmung stärken.

Zunächst übernahm der damalige CWE-Chef Sören Uhle die nebenamtliche Geschäftsführung des Tourismusverbands. Ab Februar 2024 wurde der Verband von einer Doppelspitze geführt – bestehend aus Marika Fischer, Geschäftsführerin des Tourismusregion Zwickau e.V., und Ina Klemm, Geschäftsführerin der Tourismus und Sport GmbH aus Limbach-Oberfrohna.

Im Interview mit PUBLIC MARKETING ziehen Klemm und Fischer ein erstes Fazit zur Arbeit des Verbandes und werfen einen Blick auf die Zukunft. Denn im kommenden Jahr ist Chemnitz die Kulturhauptstadt Europas. Das will der Verband nutzen, um die sächsische Region international in Szene zu setzen.

 

PUBLIC MARKETING: Der Tourismusverband Chemnitz Zwickau Region e.V. wurde im Februar 2023 gegründet. Welche Bilanz ziehen Sie nach den ersten anderthalb Jahren?

Marika Fischer: Nach den anderthalb Jahren kann man sagen, dass wir schon sehr viel erreicht haben. Wir haben ein starkes, junges Team aufbauen können, das die unterschiedlichen Facetten des Tourismusmarketing kennt. Das Ziel unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist klar definiert: wir wollen erreichen, dass Chemnitz. Zwickau. Region. in wenigen Jahren deutschlandweit als attraktive Tourismusdestination bekannt ist.

Im vergangenen Jahr haben wir gemeinsam mit unseren Leistungsträgern und Partnern zahlreiche Messen besucht und Printmedien veröffentlicht. Das sicherlich größte Projekt, was wir mit unseren Partnern – der CTM und dem Tourismusverband Erzgebirge e. V. – durchgeführt haben, war der Germany Travel Mart, die größte touristische Fachbesuchermesse der Deutschen Zentrale für Tourismus, bei der knapp 1.000 Reiseveranstalter und Journalisten aus der ganzen Welt zu Gast in unserer Region waren.

 

PUBLIC MARKETING: Welche Themen standen im ersten Jahr für Sie im Vordergrund?

Ina Klemm: Die ersten Monate des Verbandes standen erstmal unter dem Fokus der Teamzusammenführung. Erst im September 2023 war unser Team vollständig. Mittlerweile konnten wir noch eine weitere Mitarbeiterin dazugewinnen und unser Team auf insgesamt sechs Mitarbeitende erweitern. Zudem wollen wir natürlich als Verband nachhaltig dazu beitragen, dass das Europäische Kulturregion-Jahr ein voller Erfolg wird und sowohl die Stadt als auch das Umland einen deutlichen Gästezuwachs verzeichnen können.

 

PUBLIC MARKETING: Für die Marketingaktivitäten eines Tourismusverbands ist ein Logo unerlässlich. Bei der Gestaltung Ihres Logos gab es in der Vergangenheit allerdings Unstimmigkeiten. Was genau war da los? Und wie wurden die Probleme gelöst?

Klemm: Unstimmigkeiten möchten wir das keinesfalls nennen, ganz sicher aber ein Missverständnis. Die Logoentwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit Vertretern von Kommunen, Leistungsträgern und Marketingexperten unter der Federführung der Agentur Ö-Grafik in Dresden. Mit deren Logoentwicklung wurde die wichtige Basis des Logos für Chemnitz. Zwickau. Region. geschaffen. Für die Weiterentwicklung unserer Marke und deren Wording sowie die Schaffung von Anwendungsbeispielen war es uns wichtig, auch mit anderen Agenturen unserer Region eine Zusammenarbeit zu finden. Hierfür hatten wir im zweiten Schritt die Agentur Sternkopf aus Flöha beauftragt. Missverständlicherweise erweckte unsere weitere Kommunikation den Anschein, die Agentur Sternkopf habe unser Logo entwickelt. Das ist natürlich so nicht richtig.
 


Chemnitz trägt gemeinsam mit der slowenischen Stadt Nova Gorica den Titel "Kulturhauptstadt Europas 2025" – Foto: Dirk Hanus


PUBLIC MARKETING: Unter dem Dach des Tourismusverband Chemnitz Zwickau Region e. V. bündeln die CTM Chemnitz, die Tourismusregion Zwickau e.V. sowie der Heimat- und Verkehrsverein „Rochlitzer Muldental“ e.V. ihre Marketingaktivitäten. Inwiefern hat sich das bislang als Vorteil bewiesen?

Fischer: Hier gibt es viele Vorteile! Ein wichtiger Vorteil ist auf jeden Fall die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die transparente Kommunikation zwischen den Partnern. Es gibt regelmäßige Abstimmungstermine, in denen die unterschiedlichen Perspektiven aller Partner auf die Projekte der Destination einwirken. Diese Unterschiede bestehen insbesondere in den Betrachtungsweisen zwischen Stadt und ländlichen Regionen. Es ist stark vorteilhaft, wenn diese in der Projektentwicklung berücksichtigt werden.

Ein weiterer Vorteil ist natürlich die Vielseitigkeit, die unsere Region zu bieten hat – von der Kulturstadt in die Aktivregion – vom Großstadtnachtleben zur Schlösserlandschaft. Die interessante touristische Verbindung zwischen verschiedenen Regionen gibt der Angebotsgestaltung ganz andere Möglichkeiten. Ein Vorteil in der Destinationsentwicklung besteht darin, dass die Verantwortlichen der Partner jeweils dafür sorgen, dass unsere Mitarbeitenden die jeweiligen Partnerregionen kennenlernen und Netzwerke aufbauen können.

 

PUBLIC MARKETING: Welche Themen und Projekte haben Sie derzeit auf Ihrer Agenda?

Fischer: Mit Blick auf das Kulturhauptstadtjahr 2025 gibt es für uns als junge Destination noch viele Dinge, die zeitnah umgesetzt werden müssen. Die Buchbarkeit von Übernachtungsmöglichkeiten und Pauschalen, Sichtbarmachung von Veranstaltungen und vor allem die Verknüpfung der Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 mit einem sehr attraktiven Umland. Aber natürlich gibt es insgesamt noch viele Strukturen und Projekte, die wir als Destination in den nächsten Jahren erst noch aufbauen müssen, die in den bestehenden Destinationen, wie zum Beispiel die Sächsische Schweiz schon ein Selbstverständnis sind. Das geht beim Qualitätsmanagement los bis hin zur Entwicklung von Themenrad- und Wanderwegen.

 

PUBLIC MARKETING: Sie haben das Kulturhauptstadtjahr 2025 in Chemnitz ist bereits erwähnt. Inwiefern wird der Tourismusverband im Rahmen dessen aktiv? Was ist geplant?

Fischer: Im Grunde sind wir mit unserem Partner CTM Chemnitz die touristischen Vermarkter der Europäischen Kulturhauptstadt und mit dem Nachbartourismusverband Erzgebirge der Europäischen Kulturregion 2025. Es gilt in den nächsten Monaten, alle Angebote, Gastgeber und Veranstaltungen im kommenden Jahr als Einladung ins sprichwörtliche Schaufenster zu stellen, aber gleichzeitig auch zugänglich, also buchbar zu machen.

Wir müssen aber auch einer breiten Masse kommunizieren – auf den unterschiedlichsten Kanälen - dass Chemnitz und Region in 2025 im Europäischen Fokus als Kulturregion stehen wird. Viele Menschen in Deutschland wissen das nicht und können zum Teil nicht einmal die Region touristisch einordnen.

 

PUBLIC MARKETING: Welche langfristigen Tourismuseffekte für Chemnitz und Region erhoffen Sie sich durch das Kulturhauptstadt-Jahr?

Klemm: Wenn wir es als Europäische Kulturregion 2025 schaffen, mit unseren Veranstaltungen, Einrichtungen, unserer Servicequalität und unseren Angeboten Europa- und weltweit zu beeindrucken, wird das Image unserer Heimat einen deutlichen Zugewinn bekommen. Chemnitz und Region ist bunt und vielfältig – das müssen wir zeigen. Der Übernachtungszugewinn in 2025 wird unvorstellbar hoch sein, aber auch über das Jahr hinaus wird die Bekanntheit unserer Region als sächsische Kulturregion ausstrahlen und die Übernachtungszahlen im Vergleich zu den aktuellen Vorjahreszahlen deutlich steigen. Das liegt auch daran, dass viele von den für 2025 geschaffenen Veranstaltungen und Projekten darauf ausgelegt sind, auch in den Folgejahren weiter zu bestehen. Ein wichtiges Beispiel dafür ist der Purple Path, dessen Skulpturen in 38 Kommunen unserer Gesamtregion aufgestellt sind oder noch werden und den Gast auch in hoffentlich vielen Jahren daran erinnern, dass Chemnitz. Zwickau. Region. eine Kulturregion ist.

 

 

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