
Trotz zahlreicher Staus auf den Autobahnen und in den Städten nehmen viele Menschen den Weg auf sich und pendeln von ihrem Wohnort an ihren Arbeitsplatz - Foto: Kara/AdobeStock
Mobilitätsverhalten
Pendelniveau bleibt gleich hoch
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bonn, nimmt jährlich das Pendelverhalten der Menschen in Deutschland unter die Lupe. Der aktuelle Durchgang zeigt, dass sich die aktuellen Zahlen auf einem ähnlichen Niveau wie zum entsprechenden Vorjahr bewegen. Demnach arbeiteten zum Stichtag am 30. Juni 2023 rund 20,48 Millionen Beschäftigte in einer anderen Gemeinde als sie wohnten. 2022 waren es 20,34 Millionen Beschäftigte. Bei den Städten dominierten München, Frankfurt, Hamburg und Berlin. Sie verzeichneten im Jahr 2023 zusammengerechnet 1,64 Millionen Beschäftigte, die außerhalb der Stadtgrenzen ihren Lebensmittelpunkt hatten. Im Jahr zuvor waren es 41.800 Pendler:nnen weniger.
Auch die durchschnittliche Pendeldistanz hat sich nur wenig verändert: So legten die Pendelnden im Durchschnitt für einen einfachen Arbeitsweg 17,2 Kilometer zurück. Auf mehr 30 Kilometer kamen immerhin 7,13 Millionen Menschen (2022: 7,07 Mio.), auf mehr als 50 Kilometer zirka 3,96 Millionen Menschen (2022: 3,91 Mio.) und auf mehr als 100 Kilometer rund 2,28 Millionen Menschen (2022: 2,25 Mio.). Zu den Spitzenreitern bei den kreisfreien Städten und Landkreisen zählen wie schon 2022 Ludwiglust-Parchim, der Altmarkkreis-Salzwedel und der Landkreis Landsberg am Lech.
BBSR-Experte Thomas Pütz sagt: "Die Sogkraft der Arbeitsmarktzentren wie München, Hamburg und Berlin ist ungebrochen, die Zahl der Pendlerinnen und Pendler nahm hier auch im letzten Jahr noch einmal leicht zu. Staus und Pendlerstress gehören für Beschäftigte aus dem Umland zum Alltag. Das Homeoffice hilft, Verkehr zu reduzieren und negative Auswirkungen auf Klima, Umwelt und die Gesundheit der Beschäftigten zu verringern. Entscheidend ist darüber hinaus eine gute Anbindung der Umlandkommunen an den öffentlichen Nahverkehr, eine verlässliche Taktung von Bussen und Bahnen und der Ausbau von Kapazitäten", betont Pütz.










