
München wird erneut zur smartesten Stadt von Deutschland gekürt – Foto: Bitkom e. V.
Analyse
München baut Führung im Smart-City-Ranking weiter aus
Die Spitze des Smart-City-Index des Digitalverbands Bitkom, Berlin, bleibt im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Auch im Jahr 2024 führen München, Hamburg und Köln das Ranking an. Der Vorjahressieger München konnte dabei seinen Vorsprung auf den zweiten Platz weiter ausbauen. Mit 88,3 Punkten sicherte sich die bayerische Landeshauptstadt erneut den ersten Platz (2023: 84,5 Punkte) – gefolgt von Hamburg (86,2 Punkte) und Köln (83,2 Punkte). Auffällig ist, dass die Top 10 des Digitalrankings noch enger zusammenrückt. Während im vergangenen Jahr 3,5 Punkte zwischen dem vierten und zehnten Platz lagen, sind es 2024 nur noch 2,5 Punkte. Zudem werden die Städte insgesamt digitaler. Für eine Platzierung in der Top 10 sind in diesem Jahr etwa 79,8 Punkte notwendig (2023: 76,6 Punkte).
Darüber hinaus gibt es auch einige Veränderungen im Ranking. Bochum (Rang 4), Freiburg im Breisgau (Rang 6) und Lübeck (Rang 8) haben es 2024 unter die zehn smartesten Städte Deutschlands geschafft. Dafür mussten die Städte Aachen (Rang 11), Osnabrück (Rang 12) und Karlsruhe (Rang 13) weichen. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst sagt: "Deutschlands Städte werden smarter. Auch wenn es an den drei Spitzenplätzen beim Smart City Index in diesem Jahr keine Veränderung in der Rangfolge gibt, sehen wir eine große Dynamik innerhalb des Rankings."
Mit Blick auf die fünf Kategorien wird deutlich, dass es in allen untersuchten Rubriken unterschiedliche Siegerstädte gibt, die mehrheitlich auch nicht in der Top 10 vertreten sind. Wintergerst erklärt: "Auffallend ist, dass nicht mehr nur die Siegerstädte die Spitzenwerte in den Einzelkategorien erreichen, sondern Städte wie Düsseldorf, Ingolstadt oder Berlin trotz schwächerem Abschneiden im Gesamtranking in einzelnen Bereichen echte Digitalisierungs-Vorreiter sind. Wir sehen teilweise große Sprünge nach vorn bei einzelnen Städten. Das zeigt: Jede Stadt kann eine echte Smart City werden. Ein gutes Zeichen ist auch, dass sich unter den Bestplatzierten nicht nur die ganz großen Metropolen finden." So wird die Kategorie Gesellschaft und Bildung von der Landeshauptstadt Düsseldorf angeführt, die im Gesamtranking auf Platz 17 landet. In der Kategorie Energie und Umwelt überzeugt Ingolstadt (Gesamtrang 23). Die Hauptstadt Berlin dominiert mit 100 Punkten die Rubrik Mobilität. Als erste Stadt erreicht Berlin bei allen Indikatoren einer Kategorie die volle Punktzahl. Köln sichert sich den ersten Platz in der Kategorie Digitale Verwaltung und München bildet erneut die Spitze in der Rubrik IT und Kommunikation.
Erstmals 82 Städte im Ranking vertreten
Vor allem Städte aus Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen schneiden im Smart-City-Index 2024 besonders gut ab. Auch Städte ab 300.000 Einwohnern, die vom Bund geförderten Modellprojekte Smart Cities (MPSC) sowie Landeshauptstädte und Universitätsstädte können sich im Ranking positiv hervorheben. "Es gibt Strukturmerkmale, die es Städten erleichtern, eine Smart City zu werden. Der Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft gehört ebenso dazu wie etwa Hochschulstandorte mit einer hohen Startup-Dichte. Aber auch Städte, die nicht über diese Vorteile verfügen, können mit einer klaren Strategie, klarer Verantwortung und klarer Schwerpunktsetzung smarter und digitaler werden", so Wintergerst.
Zu den Gewinnerstädten gehören unter anderem Reutlingen (Rang 51) und Potsdam (Rang 27), die sich um mehr als 20 Plätze verbesserten. Auch Würzburg (Rang 52) und Ingolstadt (Rang 23) und Saarbrücken (Rang 49) gehören zu den Aufsteigern. Verlierer in diesem Jahr sind Siegen (Rang 68), Offenbach am Main (Rang 72), Mannheim (Rang 30) und Erlangen (Rang 66). Auf Platz 80 und 81 landen Remscheid und Hanau. Die Stadt Hanau hat erst seit diesem Jahr den Status einer Großstadt und ist daher neu in das Ranking aufgenommen wurden. Das Schlusslicht bildet in diesem Jahr Salzgitter (Rang 83), die damit die Stadt Bremerhaven (Rang 77) ablöst.
Wintergerst sagt: "Wenn wir mehr digitale Infrastruktur und digitale Verwaltungsangebote wollen, dann müssen wir etablierte digitale Lösungen priorisieren. Bund und Länder fördern seit Jahren einzelne Leuchttürme und Pilotkommunen, aber viel zu wenig kommt in der Fläche an. Wenn jede Stadt das digitale Rad neu erfinden soll oder will, kommen wir in Deutschland nicht wirklich vom Fleck. Dazu gehört auch, dass die Smart City als Teil der kommunalen Infrastruktur dauerhaft finanziert wird und nicht immer nur einzelne Projekte, für deren Weiterbetrieb dann irgendwann kein Geld mehr da ist." Bitkom fordert von der Politik, die Umsetzung und Finanzierung des im Juni verabschiedeten Smart-City-Stufenplans zeitnah sicherzustellen. "Es gibt auch ganz konkrete, einfache Maßnahmen, die den Städten sehr helfen würden. Insbesondere sollten wir Rahmenverträge für Smart-City-Lösungen initiieren, damit nicht jede Kommune für sich alleine verhandeln muss, wofür ihr häufig sowohl Know-how als auch Personal fehlen", erläutert der Bitkom-Präsident.
Sophie-Marie Jahn 16.09.2024










