
Die aktuelle Kampagne der Stiftung Lesen rückt die gesellschaftliche Bedeutung des Vorlesens in den Mittelpunkt – Grafiken: Stiftung Lesen
Engagement
Stiftung Lesen hebt Bedeutung des Vorlesens hervor
Mit ihrer neuen Kampagne #MachmitLiesvor macht die Stiftung Lesen, Mainz, auf die Bedeutung des Vorlesens für Kinder und Gesellschaft aufmerksam. Zudem sollen Menschen – vor allem die junge Zielgruppe – für ein freiwilliges Vorlese-Engagement motiviert werden. Herzstück der Kampagne sind fünf KI-generierte Motive, die verschiedene Tiere zeigen, darunter ein Wolf, eine Eule, ein Dachs, ein Chamäleon und zwei Eisbären. Ergänzt werden die Motive mit Sprüchen wie "Populisten hassen diesen Trick: Vorlesen." oder "Eisbären würden vorlesen.". Offizieller Start der Offensive ist der 23. September 2024 – passend zur Aktionswoche des bürgerlichen Engagements, die zuvor am 20. September eröffnet wurde. Jede Woche wird ein anderes Motiv auf den Social-Media-Kanälen der Stiftung veröffentlicht. Ergänzend dazu bietet die Stiftung Informations- und Weiterbildungsangebote für Interessierte an. Auf der Kampagnen-Website stehen außerdem Informationen rund um ein Vorlese-Engagement und Anlaufstellen zur Verfügung.
Unterstützt wird die Kampagne von den prominenten Lesebotschafter:innen der Stiftung, wie Bernhard Hoëcker. "Den positiven Effekt des Vorlesens merkt man zum Beispiel am Wortschatz. Jeder Mensch hat einen aktiven Wortschatz, aber das sind ja nicht alle Wörter, die man so kennt und versteht. Beim Vorlesen stößt man immer wieder auf Wörter, die man selbst noch gar nicht beim Sprechen benutzt – die aber dann in den aktiven Wortschatz eingehen", so der Schauspieler und Komiker. Autorin und Moderatorin Jennifer Sieglar sagt: "Engagement hält die Gesellschaft zusammen. Denn auch für den Einzelnen hat das doch viele Vorteile: sich Zeit zu nehmen, etwas zu tun, was einem wichtig ist und zu sehen, was das auch mit anderen macht."
Laut der Stiftung Lesen bekommen 37 Prozent der Kinder zuhause gar nicht oder nur selten vorgelesen und sind im Bildungssystem auf Unterstützung von außen angewiesen. Dabei sei der Bildungserfolg gerade in Deutschland eng an die Voraussetzungen im Elternhaus geknüpft. Vorlesen schafft der Stiftung zufolge eine Grundlage für Wissen, Bildung, Integration und wirtschaftlichen Erfolg. Es hilft nicht nur dabei, dass Kinder leichter lesen lernen, sondern hat auch Auswirkungen auf deren Selbstbild, die Anfälligkeit gegenüber Populismus, Jobchancen oder die Wahlbeteiligung. Darüber hinaus sei die erworbene Lesekompetenz wichtig, um Zusammenhänge zu verstehen und Inhalte zu bewerten. Sie fördert das Verständnis für gesellschaftliche Probleme sowie die eigene Meinungsbildung. Sabine Uehlein, Geschäftsführerin Programme Stiftung Lesen, betont: "Lesen ist kein Hobby, sondern eine zentrale Grundlage für eine gesunde, belastbare Gesellschaft. Freiwilliges Engagement macht daher für die Zukunft von Kindern, aber auch die Gesellschaft einen echten Unterschied. Diesen Zusammenhang stellen wir heraus und bringen freiwilliges Engagement für das Lesen in das Bewusstsein der Menschen."
Sophie-Marie Jahn 23.09.2024









