
Kooperation
Saarland und DB schaffen Modellregion für Mobilität
Das Saarland und die Deutsche Bahn starten eine gemeinsame Modellregion, um den Personennahverkehr im Land attraktiver zu machen. Auf der Branchenmesse InnoTrans haben Petra Berg, Mobilitätsministerin für das Saarland, und Evelyn Palla, DB-Vorständin für Regionalverkehr, daher eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Während das saarländische Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz das Projekt leitet und koordiniert, unterstützt DB Regio mit konzeptioneller und technischer Expertise. Ziel ist es, insbesondere den ländlichen Raum besser an den ÖPNV anzubinden und mehr Bürger:innen einen Zugang zu öffentlicher Mobilität zu ermöglichen.
Mobilitätsministerin Berg erklärt: "Bereits heute hat die Vernetzung des ÖPNV einen hohen Stellenwert im Saarland. Gerade im Autoland Saarland ist es wichtig, durch nahtlose Reiseketten von Tür zu Tür einen attraktiven und vernetzten ÖPNV anzubieten. Dafür stehen den Kommunen und ÖPNV-Unternehmen Förderprogramme des Landes zur Verfügung. Gemeinsam mit der DB lädt das Land nun alle Mobilitätsakteure ein, die Tür-zu-Tür-Mobilität mit einem starken ÖPNV als Rückgrat weiter zu verbessern. Unser Ziel ist, dass bis Ende 2025 schon die ersten Projekte in der Modellregion Saarland Ergebnisse vorzeigen."
Langfristig wollen die Projektpartner den Menschen im Saarland eine flächendeckende Mobilitätsgarantie zu gewährleisten. Unter anderem soll das Schienennetz zu einem S-Bahn-Netz mit einer dichteren Taktung ausgebaut werden. Darüber hinaus ist geplant, das Schienennetz um weitere innovative Mobilitätskonzept, wie Mobility-On-Demand, bis Ende 2025 zu ergänzen. Außerdem wollen die Partner die An- und Abreise zu den Bahnhöfen verbessern. Mithilfe von Mobilitäts- und Zielgruppenanalysen sollen regionale Testräume rund um Bahnhöfe ausgewählt werden, um unter Realbedingungen in Reallaboren neue Mobilitätsformen zu testen – von Plus- oder Expressbussen über Shuttle-Verkehre und Fahrradparkhäuser bis hin zu Bike- und Carsharing.
Im Vorfeld hat die DB Regio bereits eine Zielgruppenanalyse durchgeführt und eine Studie bei der DB-Tochter ioki in Auftrag gegeben, um zu analysieren, welches Reallabor für welchen Standort geeignet ist. Die Ergebnisse zeigen, dass sich einige Mobilitätsangebote aufgrund der sozialen und demografischen Verhältnisse nur für bestimmte Standorte im Saarland anbieten. So profitieren einige Regionen stärker von einem Plusbus-Anschluss, andere wiederum eher von Bikesharing-Stationen oder von einem per App bestellbaren ÖPNV-Angebot. In einem nächsten Schritt wählt das Projektteam mithilfe der Analyse Standorte aus und entwickelt für diese individuelle Mobilitätslösungen. Darüber hinaus sind Gespräche mit saarländischen Kommunen und weiteren ÖPNV-Partner vorgesehen. Die ersten Ergebnisse sollen bei den Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit im Oktober 2025 in Saarbrücken präsentiert werden.
DB-Vorständin Palla sagt: "Gemeinsam mit dem Saarland sorgen wir dafür, dass möglichst viele Menschen für ihre täglichen Wege den ÖPNV nutzen. 3,3 Millionen Mal sind die eine Million Saarländerinnen und Saarländer jeden Tag unterwegs. Mit Expressbussen, Shuttles, Fahrradparkhäusern oder Carsharing erreichen unsere Fahrgäste die Bahnhöfe im Bundesland künftig zuverlässiger und bequemer. Bahn-Angebote gerade im ländlichen Raum mit neuen Formen der Mobilität zu ergänzen, ist Teil unserer Strategie Starke Schiene. Denn durch die Integration machen wir letztlich alle öffentlichen Verkehrsmittel attraktiver. Mit unserer nächsten Modellregion Saarland kommen wir dabei erneut einen großen Schritt voran."
Sophie-Marie Jahn 27.09.2024









