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Nur drei von 14 genannten Verwaltungsdienstleistungen wollen die Deutschen vor Ort erledigen - Grafik: Bitkom

Digitale Verwaltung

Digitalisierungsgrad der Verwaltung verbessert sich

Die Deutschen wollen Verwaltungsangelegenheiten zunehmend auf dem digitalen Weg erledigen. Zu diesem Ergebnis kommt der Digitalverband Bitkom, Berlin, im Rahmen einer jährlichen Befragung zum Digitalisierungsgrad der Städte und Gemeinden. Im aktuellen Durchgang nahmen 1.003 Personen ab 18 Jahren teil. Während sie elf der abgefragten Verwaltungsdienstleistungen – darunter Führerschein beantragen, Wohnsitzmeldung und Kfz-Zulassung – lieber online abwickeln, bevorzugen sie bei lediglich drei Angelegenheiten – das sind Anzeige erstatten, Scheidung und Eheschließung – den Gang zum Amt.

In der Praxis zeigt sich allerdings ein anderes Bild: Denn während der Wunsch nach einer digitalen Verwaltung groß ist und die Deutschen zunehmend zufriedener mit dem allgemeinen Digitalisierungsgrad ihrer Stadt oder Gemeinde sind (2024: 52 %, 2023: 40 %), so haben gerade mal 15 Prozent eine Verwaltungsdienstleistung online beantragt. Eine Ausnahme bildet dabei die Online-Terminvereinbarung, die von 67 Prozent bereits in Anspruch genommen wurde.

"Städte und Gemeinden werden in vielen Bereichen digitaler, vom Verkehr und den Schulen bis zur Infrastruktur mit Gigabit-Internet. Aber wenn es um den Kontakt mit der Verwaltung geht, ist vieles noch analog. Bund, Länder und Kommunen müssen das Tempo deutlich erhöhen", sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. "Eine digitale Verwaltung erreichen wir nicht mit immer neuen Leuchtturmprojekten, stattdessen müssen wir die vielen längst vorhandenen und funktionierenden Lösungen in die Fläche bringen. Die Smart Country Convention wird diese Projekte sichtbar machen und den notwendigen Austausch fördern. Das Motto muss sein: Das digitale Rad nicht ständig neu erfinden, stattdessen praxiserprobte Lösungen einsetzen."

Potenzial bei der Digitalisierung der Verwaltung sehen die Befragten beispielsweise in Künstlicher Intelligenz. So wünschen sich 61 Prozent, dass diese Technologie in der öffentlichen Verwaltung stärker zum Einsatz kommt. Fast die Hälfte der Studienteilnehmer:innen bevorzugt sogar den Kontakt mit einem KI-Chatbot – sofern sie Wartezeigen vermeiden können nicht an Öffnungszeiten gebunden sind. Dennoch sind die Menschen nach wie vor skeptisch gegenüber KI: 61 Prozent haben Angst, dass die Technologie künftig ohne Einflussnahme des Menschen Entscheidungen beispielsweise über Bewilligung von Anträgen treffen könnte.

 

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Anja Lüth 10.10.2024

 

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