
(v.l.) DOMiD-Geschäftsführer Robert Fuchs und NRW-Integrationsministerin Josefine Paul präsentieren den Namen des geplanten Migrationsmuseums – Foto: Wolfgang Heep
Dokumentation
Zukünftiges Migrationsmuseum trägt den Namen Selma
2029 soll das Migrationsmuseum des Dokumentationszentrums und Museum über die Migration in Deutschland (DOMiD), Köln, eröffnen. Auf dem Gelände des geplanten Museums – eine Industriehalle auf dem ehemaligen KHD-Gelände in Köln-Kalk – haben DOMiD-Chef Robert Fuchs und Josefine Paul, Integrationsministerin von Nordrhein-Westfalen (NRW) nun den Namen des geplanten Museums auf dem Gelände verkündet. Die Institution wird Museum Selma heißen. Laut den Verantwortlichen steht der Name für Internationalität und Vielfalt. "Wir haben nach einem einzigartigen Namen gesucht, der leicht zu merken ist, international funktioniert und zu dem Konzept unseres Migrationsmuseums passt. Der Name Museum Selma verbindet eine keltische Bedeutung von ‚schöne Aussicht‘ mit arabischen Wurzeln, die 'Harmonie' und 'Frieden' bedeuten. In Dutzenden Ländern der Welt ist der Name Selma als weiblicher Vorname verbreitet. Wir haben uns bewusst entschieden, einen Frauennamen zu verwenden, um gerade beim häufig männlich wahrgenommenen Phänomen der Migration die weibliche Perspektive zu stärken", erläutert DOMiD-Marketingleiter Timo Glatz. Das Dokumentationszentrum hat den Namen gemeinsam mit der Berliner Kreativagentur Ballhaus West entwickelt.
Die Namensverkündung wird von einer lokalen Außenwerbungskampagne auf Kulturflächen und digitalen Medien in Köln begleitet, die von Ströer gesponsert wurden. Zudem ging die Website museum-selma.de online, die mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) entstanden ist. Die Internetseite soll in den kommenden Jahren über den Fortschritt bei Bau und Konzeption des Museums informieren.
Mit dem Migrationsmuseum will das DOMiD eine Lücke in der Erinnerungskultur in Deutschland schließen und vielfältige Perspektive zur Geschichte der Migrationsgesellschaft abbilden. In den Museumsräumen soll gezeigt werden, welche Bedeutung Migration in der deutschen Geschichte hat und inwiefern sie die heutige Gesellschaft prägt. Das Haus soll dabei als Kultur- sowie Begegnungsstätte fungieren und einen Raum bieten, um zentrale Fragen zur Identität, zum Zusammenleben und zur Teilhabe zu diskutieren. Für den Betrieb wurde 2021 die gemeinnützige Gesellschaft DOMiD gGmbH gegründet. Das Projekt ist Teil des Nationalen Aktionsplans Integration der Bundesregierung, um "den kulturellen Reichtum Deutschlands zu würdigen, der auch Zugewanderten zu verdanken ist". Das Museum wird vom Bund und dem Land NRW mit finanziellen Mitteln in Höhe von 44,26 Millionen Euro gefördert. Die Stadt Köln stellt außerdem das Gebäude und das Grundstück im Erbbaurecht zur Verfügung. Aktuell läuft ein Vergabeverfahren für die Architektur und die Ausstellungsgestaltung. Der Siegerentwurf soll im Frühjahr 2025 präsentiert werden.
NRW-Integrationsministerin Josefine Paul hebt die Bedeutung der DOMiD-Sammlung: "Die mehr als 150.000 Zeitzeugnisse, die DOMiD in den vergangenen 30 Jahren zusammengetragen hat, machen für uns erlebbar, wie vielfältig die Geschichten und Beiträge von Einwander*innen zu unserer Gesellschaft sind. Die Sammlung ist ein wichtiges und lebendiges Zeugnis unserer Migrationsgesellschaft. Was vor mehr als drei Jahrzehnten als ein zivilgesellschaftliches Graswurzelprojekt von Einwander*innen selbst begann, wird nun endlich zu einem festen musealen Ort für die ganze Gesellschaft. Damit setzen wir auch ein Zeichen, dass Migration unsere Gesellschaft mitgestaltet hat und die Geschichte von Einwanderung und den Menschen, die zu uns gekommen sind, ein fester Bestandteil der Geschichte unseres Landes sind."
Kulturstaatsministerin Claudia Roth sagt: "Mit dem Museum Selma entsteht eine Brücke zu den Lebens- und Erfahrungswelten von Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Hier soll greifbar werden, was es heißt, in Deutschland neue Wurzeln zu schlagen und Teil dieser vielfältigen, gleichberechtigten Gesellschaft zu werden – gerade auch als Frau. Denn insbesondere die weibliche Perspektive kommt immer noch viel zu kurz in den Debatten um Chancen und Schwierigkeiten der Einwanderung nach Deutschland. Daher bin ich umso dankbarer, dass das neue Migrationsmuseum Selma dieser Perspektive schon mit seinem Namen an prominenter Stelle Raum gibt."
Sophie-Marie Jahn 23.10.2024









