
Der Einkauf, das gastrnomische Angebot und medizinische Dienstleistungen gehören zu den wichtigsten Gründen für einen Innenstadtbesuch - Foto: ArTo/AdobeStock
Stadtentwicklung
Innenstädte müssen sich weiterentwickeln
Zahlreiche Städte haben sich auf den Weg gemacht, ihre Innenstädte zu einem Begegnungsort der Stadtgesellschaft umzuwandeln. Dabei setzen sie unter anderem auf Verweilzonen und einen ausgewogenen Nutzungsmix. Wie die Menschen die deutschen Stadtzentren aktuell bewerten, haben die CIMA Beratung+Management GmbH, die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd) und der Handelsverband Deutschland (HDE) nun in der "Deutschlandstudie Innenstadt 2024" zusammengetragen.
Demnach scheinen die Innenstädte nach wie vor ein wichtiger Ort für die Menschen zu sein. Die primäre Motivation für einen Besuch der Innenstadt ist weiterhin der Einkauf. 70,8 Prozent der über 5.000 Befragten gaben an, dass sie die Innenstadt hauptsächlich zu diesem Zweck aufsuchen. Weitere wichtige Gründe sind die Nutzung gastronomischer Angebote (58,3 %), die Inanspruchnahme von medizinischen Dienstleistungen (51,6 %) sowie soziale Aktivitäten wie das Treffen mit anderen Personen und das Flanieren (50,2 %). Im Gegensatz dazu spielen berufliche Tätigkeiten (19,5 %), sportliche Aktivitäten (17,9 %) sowie kulturelle Angebote wie Bibliotheksbesuche (12,2 %) eine untergeordnete Rolle.
Während ein Großteil der Befragten die Innenstadt bevorzugt, gibt es aber auch eine Gruppe, die von einem Besuch absieht. Gründe hierfür sind unter anderem die wahrgenommene Überfüllung (17 %), eine unzureichende Warenvielfalt (16 %) und eine als problematisch empfundene Parkplatzsituation (11 %). Auch die Möglichkeit, bequemer online zu bestellen, wird angegeben – von immerhin zwölf Prozent.
Die Befragungsergebnisse zeigen zudem, dass die Befragten eine Weiterentwicklung des Stadtzentrums für wünschenswert halten. Insbesondere wird eine Steigerung der Aufenthaltsqualität durch eine stärkere Begrünung gefordert. Fast zwei Drittel der Befragten wünschen sich mehr Grünflächen im Stadtzentrum. Darüber hinaus besteht ein hoher Bedarf an einer Verbesserung des Mikroklimas und der Luftqualität durch geeignete Baumarten. Weitere zentrale Anliegen sind ein effizientes Abfallmanagement, einschließlich Recyclingmaßnahmen und Sensibilisierungskampagnen, sowie nachhaltige Lösungen für den Umgang mit Regenwasser.
Die Nachfrage nach digitalen Dienstleistungen, wie digitalen Geschenkgutscheinen, Kundenbindungsprogrammen und Vorabinformationen über Angebote, scheint in der Befragung unterrepräsentiert zu sein. Ein möglicher Grund hierfür könnte darin liegen, dass viele inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte bereits eigene digitale Angebote implementiert haben und somit eine Schnittstelle zwischen stationärem und Online-Handel etabliert haben.
Gerold Leppa, stellvertretender Bundesvorsitzender der bcsd, sagt zu den Ergebnissen der Studie: "Die Studie macht deutlich, dass wir ein strategisches Gesamtkonzept brauchen, dass Handel, Gastronomie und Erlebnisangebote miteinander verzahnt und gleichzeitig das Stadtbild und somit die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum verbessert. Eine zentrale Koordinierungsstelle, die die Interessen aller Akteure bündelt, zu Kooperationen anstiftet und diese trägt und die Innenstadt als multifunktionalen, attraktiven Ort für Besucher:innen gestaltet, ist der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit unserer Innenstädte. Hier kann das Stadtmarketing als bewährter Partner eine tragende Rolle spielen."
Und HDE-Präsident Alexander von Preen fügt hinzu: "Wir müssen jetzt gemeinsam die Zukunft der Innenstadt sichern. Die Menschen wollen vitale Stadtzentren, die Politik muss den Rahmen dafür schaffen. Sauberkeit, Sicherheit und die gute Erreichbarkeit mit allen Verkehrsmitteln – das ist das Fundament, das muss überall angegangen werden."










