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(v.l.) Abbas, Annika und Denis sind drei von mehreren Testimonials der aktuellen Kampagne zum Welt-Aids-Tag – Fotos: BZgA/DAH/DAS

Awareness

Menschen mit HIV geben einen Einblick in ihr Leben

Am 1. Dezember jährt sich der Welt-Aids-Tag bereits zum 36. Mal. Mit einer Gemeinschaftskampagne informieren die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Deutsche Aidshilfe (DAH) und die Deutsche AIDS-Stiftung (DAS) jedes Jahr über die Erkrankung um das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu schärfen und Vorurteile abzubauen. 2024 steht die Offensive unter dem Motto "Leben mit HIV. Anders als du denkst?". Menschen mit HIV berichten dabei aus ihrem Leben, erzählen von ihrem Coming-out und wie sie sich gegen Vorurteile einsetzen. Zudem laden sie auch zum Dialog ein und erzählen ihre Geschichte auf Diskussionsveranstaltungen und erläutern, welche Auswirkungen die Kampagne für sie hatte.

Stefan Miller vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe, selbst HIV-positiv, sagt: "In dieser Kampagne laden Menschen mit HIV selbst zum Dialog ein. Sie zeigen einen selbstbewussten Umgang mit Diskriminierung und betonen eindrücklich: Reden hilft! Menschen mit HIV können heute bei rechtzeitiger Therapie leben wie alle anderen – und sie haben ein Recht darauf!" Anne von Fallois, Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Deutschen AIDS-Stiftung, erklärt: "Alle Menschen mit HIV haben ein Recht auf ein solidarisches und respektvolles Miteinander. Daran zu erinnern ist in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Spannungen besonders wichtig!"

Zum Kampagnenauftakt am 6. November gab es ein Insta-Live-Format mit Wärmepumpenspezialist Giovanni aus Berlin, dem Sozialarbeiter Thomas aus Essen sowie Dragqueen und Make-up-Artist Barbie Breakout aus Berlin. Die drei queeren Protagonisten schilderten, wie ihr Leben mit HIV aussieht. In den kommenden Wochen sind weitere Veranstaltungen geplant. So wird es am 23. November in Kooperation mit der Aidshilfe Hamburg und dem Kulturzentrum AFROTOPIA eine Informations- und Diskussionsveranstaltung mit dem Münchner Koch Abbas und der Saarbrücker Aktivistin Lillian geben. Am Wochenende um den Welt-Aids-Tag soll es zwei Veranstaltungen mit der Protagonistin Hildegard geben. Die Briefträgerin aus dem bayerischen Fürstenzell berichtet den Anwesenden, wie sie ihre Heimatgemeinde rund um das Thema HIV aufgeklärt hat und inwiefern ihr Arbeitgeber sie unterstützt. Am 1. Dezember ist ebenfalls ein Insta-Live mit der ukrainischen Sexualerzieherin Kristina geplant. Sie erläutert, warum ihre HIV-Infektion auf ihren Kuschelpartys keine Rolle spielt und wie Menschen mit HIV aus der Ukraine in Deutschland leben. Eine Woche später, am 7. Dezember, spricht Ju-Jutsu-Kämpfer Denis aus Leipzig in einer Talk-Runde in der SWH.arena in Halle über HIV im Sport und Alltag.

Laut dem Robert-Koch-Institut lebten Ende 2023 rund 96.700 Menschen in Deutschland mit HIV, weltweit waren es UNAIDS zufolge 39,9 Millionen. Obwohl HIV inzwischen gut behandelbar und unter Therapie nicht übertragbar ist, erleben Menschen mit HIV noch immer Diskriminierung im Alltag – auch in Deutschland. Im Rahmen der Online-Befragung "positive stimmen 2.0" gaben 90 Prozent der Menschen mit HIV an, gut mit ihrer HIV-Infektion leben zu können. Drei Viertel fühlen sich gesundheitlich gar nicht oder nur wenig eingeschränkt. Dennoch haben 95 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten diskriminierende Erfahrungen gemacht. Etwas mehr als die Hälfte berichtet, dass Vorurteile gegenüber HIV ihr Leben beeinträchtigt (52 %). Wie viel Diskriminierung Menschen mit HIV heute noch erfahren, zeigt auch eine Umfrage der Deutschen Aidshilfe aus dem Jahr 2020. Ein Viertel der Befragten hat dabei gesagt, dass sie mit HIV-positiven Menschen lieber kein Geschirr und keine Sportgeräte teilen wollen. Ein Fünftel habe sogar Angst, dieselbe Toilette zu benutzen. Lediglich die Hälfte könne sich vorstellen, eine Person mit HIV zu küssen.

 

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