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Erstmals seit 2019 erreichen Museen und Ausstellungshäuser bei den Besuchszahlen wieder die 100-Millionen-Marke – Foto: Macrovector-AdobeStock

Jahresbilanz

Museen verzeichnen steigende Besuchszahlen

106 Millionen Besuche dokumentierten Museen und Ausstellungshäuser 2023 – das sind knapp 20 Millionen mehr als im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Museumsforschung (IfM) der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin, im Rahmen ihrer statistischen Gesamterhebung. Demnach würden die Besuchszahlen erstmals seit der Pandemie wieder im dreistelligen Millionenbereich liegen. Museen verzeichneten dabei 101 Millionen Besuche – ein Anstieg um 24 Prozent, in Ausstellungshäusern stieg die Zahl um vier Prozent auf 5 Millionen. Allerdings zeigt die Erhebung des IfM, dass die Zahl der Ausstellungen in den Institutionen zurückgegangen ist. Nur etwa 5.200 Ausstellung wurden gemeldet. In den Museen sei ein Rückgang der Ausstellungen um fast 20 Prozent zu beobachten. In den Ausstellungshäusern läge der Wert nur knapp unter dem Niveau von 2022.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, erklärt: "Die Besuchszahlen für 2023 zeigen, dass die Beliebtheit von Museen und Ausstellungshäusern ungebrochen ist, und unterstreichen damit eindrucksvoll die gesellschaftliche Relevanz von Museen. Nun kommt es darauf an, die Häuser weiter effizient und nachhaltig zu fördern, damit sie auch zukünftig attraktive Orte der kulturellen Bildung und Begegnung für die Besucherinnen und Besucher sind." Silvia Willkomm, Geschäftsführerin des Deutschen Museumsbundes, meint dazu: "Die Museen stehen aktuell vor gewaltigen Herausforderungen. Aufgrund hoher Energiepreise, gestiegener Kosten für Dienstleistungen und knappen Haushalten mussten manche Häuser die Zahl ihrer Ausstellungen reduzieren. Zugleich haben sich jedoch die Besuchszahlen 2023 außerordentlich positiv entwickelt, und es steht in vielen Häusern ein Generationswechsel an der Spitze an, der neue Impulse setzen wird. Ich bin zuversichtlich, dass die Museen mit Hilfe des ihnen entgegengebrachten Vertrauens in der Bevölkerung auf die Herausforderungen der kommenden Jahre kreativ und innovativ reagieren werden."

An der Erhebung haben knapp 4.000 Museen und 300 Ausstellungshäuser teilgenommen. Die endgültige Studie wird Anfang 2025 veröffentlicht. In dieser hat das Institut für Museumsforschung auch erstmals seit 2014 wieder die Geschlechterverteilung in den Museumsleitungen untersucht. So ist der Anteil der männlichen Führungskräfte ist leicht höher (54 Prozent) als der Anteil der weiblichen (46 %). Ein großer Unterschied zu 2014 zeigt sich dabei nicht: Damals waren 52 Prozent der Leitungspositionen männlich besetzt, 48 Prozent weiblich.

Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung von Museen

Darüber hinaus führt das IfM derzeit mit der ICG Integrated Consulting Group eine Studie zur ökonomischen Wertschöpfung von Museen durch. Diese läuft seit Oktober 2024 du soll im Frühjahr 2025 veröffentlicht werden. Doch eine erste Bilanz zeigt: Museen sind wichtige wirtschaftliche Standortfaktoren. Laut dem Institut würde sich jeder von der öffentlichen Hand investierte Euro durch die in den Museen erzielte Wertschöpfung verdoppeln. Außerdem würden "weit mehr als die Hälfte der Investitionen, die die öffentliche Hand in Museen tätigt, als Fiskaleffekte zurück in die öffentlichen Kassen fließen", heißt es in einer Mitteilung.

Patricia Rahemipour, Direktorin des Instituts für Museumsforschung, sagt: "Die Debatte um die gesellschaftliche Relevanz und Wirksamkeit von Museen sollte soziokulturelle wie ökonomische Faktoren berücksichtigen. Museen vermitteln als Kulturträger und außerschulische Bildungseinrichtungen gesellschaftliche Werte und stärken die Demokratie. Zugleich sind sie wirtschaftlich relevant. Mit den Ergebnissen der laufenden ‚Studie zu den ökonomischen Wirkungen der Museumslandschaft in Deutschland‘ können Museen in Deutschland erstmals auch die ökonomische Wirkung ihrer Arbeit in die Diskussion einbringen. Neben dem eigenen Wirtschaften werden auch weitergehende Effekte für Beschäftigte, Dienstleister und Tourismus untersucht. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass die Wertschöpfung, die durch Museen entsteht, mindestens doppelt so hoch ist wie die Investitionen der öffentlichen Hand."

 

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