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An zwei Tagen tauschten sich fast 500 Fachleute zum Thema "Glück, Geminwohl, Gesundheit - Tourismus verbindet" aus - Foto: DTV/Jan Sobotka

DTV

Deutscher Tourismustag 2024

Rund 500 Tourismus-Fachleute folgten der Einladung des Deutschen Tourismusverbandes e.V. zum Deutschen Tourismustag am 25. und 26. November 2024 in die Hansestadt Hamburg. Das diesjährige Netzwerktreffen stand unter dem Motto "Glück, Gemeinwohl, Gesundheit - Tourismus verbindet". Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der Deutschlandtourismus so gestaltet werden kann, dass er sowohl wirtschaftlich erfolgreich als auch sozial gerecht ist.

DTV-Präsident Reinhard Meyer erläuterte die Bedeutung des Themas: "Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Branche erreicht fast wieder die Erfolgszahlen der Zeit vor der Corona-Pandemie. Aber Zahlen sind nicht alles, den Deutschlandtourismus verbinden Werte wie Weltoffenheit, Gemeinwohl, Nachhaltigkeit, Gesundheit und soziale Verantwortung. Wir schaffen Emotionen, Aha-Erlebnisse und Glücksmomente, damit die Menschen Ihren Urlaub in Deutschland genießen können."

Der erste Veranstaltungstag stand ganz im Zeichen der Exkursionen. Schon hier war das Motto der Konferenz deutlich zu spüren. So hatten die Teilnehmer:innen unter anderem Gelegenheit, die Elbphilharmonie und ihre unterschiedlichen Nutzungskonzepte kennenzulernen, den Bunker St. Pauli als Ort der Begegnung zu entdecken oder das Besucherzentrum von Airbus zu erkunden. Zum Get together trafen sich die Teilnehmer:innen im Miniatur Wunderland. Die Ausstellung zieht jährlich mehr als eine Million Besucher:innen an und ist damit ein wichtiger Publikumsmagnet für die Hansestadt.

Am 26. November 2024 kamen die Tourismusverantwortlichen in der Handelskammer Hamburg zusammen, um sich untereinander und mit den Referentinnen und Referenten darüber auszutauschen, wie und warum der Tourismus vor dem Hintergrund anhaltender Krisen und gesellschaftlicher Veränderungen seiner sozialen Verantwortung nachkommen kann und sollte. So machte beispielsweise der Digitalisierungsexperte Sascha Lobo in seinem Impulsvortrag deutlich, dass der Deutschlandtourismus im Vergleich zu anderen Ländern allein in wirtschaftlicher Hinsicht noch erhebliches Aufholpotenzial hat. In den Sessions am Nachmittag ging es dann in die Tiefe, es wurden Themen wie "Tourismuspolitik im Fokus: Von Vision zu Aktion" und "Diversity & Soziales Engagement" diskutiert.

Abgerundet wurde der diesjährige Tourismustag – wie in den vergangenen Jahren – durch die Verleihung des Deutschen Tourismuspreises 2024. Zum 20. Mal zeichnete der Deutsche Tourismusverband zukunftsweisende Projekte aus. Um dieses Jubiläum gebührend zu feiern, fand die Abendveranstaltung im renommierten Schmidts Tivoli Theater in Hamburg statt, wo an sechs Tagen in der Woche die legendäre Show "Heiße Ecke" aufgeführt wird.

In diesem Jahr wurden vier ganz unterschiedliche Projekte ausgezeichnet. Doch eines haben alle Gewinner gemeinsam: Sie setzen sich auf innovative Weise für Nachhaltigkeit ein. Ob das Mobilitätskonzept SMILE24, das Deutschlandmuseum, die "Wall of Change" des Hotels Luise oder die "Klima-Kiste" aus Hameln – alle Projekte zeigen, wie vielfältig und zukunftsorientiert der deutsche Tourismus sein kann. Wir haben die Gewinner in Ausgabe 11-12/2024 von PUBLIC MARKETING vorgestellt.

 

Unsere drei zentralen Erkenntnisse:

 

1. Wir brauchen eine andere Fehlerkultur und mehr Mut.

Häufige Gründe für das Scheitern von Projekten liegen in übermäßigen Vorabdiskussionen über potenzielle Risiken und Herausforderungen. Die Angst vor Misserfolgen, insbesondere vor negativer öffentlicher Resonanz, führt oft dazu, dass Projekte gar nicht erst gestartet oder erheblich verzögert werden. Dies ist ein Phänomen, das auch in der Tourismusbranche beobachtet werden kann, wie Sacha Lobo betonte. Er kritisierte die Tendenz, bei der Entwicklung von Projekten jede denkbare Eventualität zu antizipieren. Diese übertriebene Risikobereitschaft führe oft zu einer Lähmung der Umsetzung. Stattdessen plädierten er und seine Vortragskolleginnen und -kollegen dafür, Projekte auch mit einem gewissen Maß an Unsicherheit anzugehen. Denn nur durch praktische Erfahrungen, einschließlich Fehlern und Misserfolgen, können Organisationen lernen und sich weiterentwickeln. Als Positiv-Beispiel führte der Digitalexperte die KI-Influencerin Emma ein, die kürzlich von der Deutschen Zentrale für Tourismus vorgestellt wurde. Der von Lobo eingeführte Begriff "voranscheitern" erwies sich in diesem Zusammenhang als treffend und wurde in gewisser Weise zum Buzzwords des Deutschen Tourismustags 2024.

 

2. Urlaubsreisen stehen in einem direkten Zusammenhang mit Glück, Gesundheit und Lebenszufriedenheit.

In einer gemeinsamen Studie der Fachhochschule Westküste und der Hamburg Tourismus GmbH wurde der Einfluss von Urlaubsreisen auf Erholung und Gesundheit umfassend untersucht. Die Ergebnisse zeigten einen positiven Zusammenhang zwischen Reisen und dem subjektiven Wohlbefinden. Bereits die Planungsphase trage zur Steigerung der Zufriedenheit bei, auch wenn die letzten Vorbereitungen mit erhöhtem Stress verbunden sein können. Die Studie unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung von Urlaubsreisen und empfiehlt Marketingexpertinnen und -experten im Tourismussektor, diesen Aspekt stärker in den Fokus zu nehmen. Michael Otremba, Geschäftsführer der Hamburg Tourismus GmbH, betonte, dass der Ansatz eine Chance darstelle, die gesellschaftliche Relevanz des Tourismus zu stärken und so neue Zielgruppen anzusprechen.

 

3. Die lokale Bevölkerung muss stärker in die Gestaltung des Tourismus einer Destination eingebunden werden.

Um eine nachhaltige Tourismusentwicklung zu gewährleisten, ist es unerlässlich, die lokale Bevölkerung als gleichberechtigten Partner einzubeziehen. Durch eine transparente Kommunikation über die positiven Auswirkungen des Tourismus auf die Region und die Schaffung von Beteiligungsmöglichkeiten kann eine höhere Akzeptanz erreicht werden. Die lokale Bevölkerung verfügt über ein tiefgreifendes Wissen über ihre Kultur und Traditionen und kann somit wertvolle Beiträge zur Entwicklung attraktiver touristischer Angebote leisten. Eine aktive Mitgestaltung stärkt das Identifikationsgefühl mit der Destination und führt zu einer höheren Lebensqualität für alle Beteiligten.

 

 

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Anja Lüth 18.12.2024

 

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