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Universität des Saarlandes hat positiven Einfluss auf die Region

Die Universität hat positive wirtschaftliche und demographische Effekte für das Saarland. Etwa ein Viertel der jungen Menschen zwischen 20 und 25 Jahren, die ins Saarland ziehen, kommen über die Universität ins Bundesland. Die Hälfte der saarländischen Abiturienten studiert vor Ort und auch die Hälfte der Uni-Absolventen findet eine feste Anstellung in der Region. Das sind die Ergebnisse aktueller Forschungsarbeiten, die von der Arbeitskammer des Saarlandes finanziert wurden. Auf Initiative der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt der Saar-Uni, Saarbrücken, haben Forscher die sozio-ökonomischen Auswirkungen der Universität auf die Region untersucht.

Die Universität als Investition

"Die Universität ist keineswegs nur ein Kostenfaktor, sondern stellt eine wertvolle Investition in die Zukunft des Landes dar, die sich wirtschaftlich bereits in der Gegenwart rechnet", sagt Professor Eike Emrich (Foto), der den Forschungsverbund geleitet hat. "Als Absolventen nehmen sie Führungspositionen in der saarländischen Wirtschaft wahr und tragen dort zu Innovationen bei."

"Auf Grundlage der für das Saarland in vergleichbarer Weise ermittelten Daten geben Beschäftigte und Studenten jährlich etwa 250 Millionen Euro in der Region aus. Hinzu kommen noch einmal 40 bis 50 Millionen, die von den Betriebsausgaben der Universität im Saarland bleiben", erläutert Professor Emrich. Insgesamt erzeuge die Universität gemeinsam mit den auf dem Campus angesiedelten Forschungsinstituten Umsatz- und Steuereffekte von jährlich rund 450 Millionen Euro. "Wenn man dieser Zahl den bisherigen Landeszuschuss von 190 Millionen Euro für die Universität gegenüberstellt, sieht man, dass sich jeder vom Saarland investierte Euro für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes auszahlt", sagt Emrich.

Studierende als Multiplikatoren

"Die Konsumausgaben der Studierenden stellen insbesondere für die Betriebe der Saarbrücker Innenstadt einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar", bemerkt die Betriebswirtin Nadine Staub-Ney vom Institut für Banken- und Mittelstandsfinanzierung der Saar-Uni. "Aus Sicht der Wirtschaft ist die Saar-Uni ein unverzichtbarer Standortfaktor, auch weil die Studierenden als flexible Aushilfskräfte und die Absolventen als angehende Führungskräfte für ganz unterschiedliche Unternehmen eine wichtige Rolle spielen."

Bundesweiter Vergleich

Im bundesweiten Vergleich stehen saarländische Studierende wirtschaftlich nicht sonderlich gut dar. Auf Grundlage einer Befragung von mehr als 2.000 Studenten kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass sie mit rund 785 Euro monatlich etwa dasselbe Budget zur Verfügung haben wie ihre Kommilitonen in den ostdeutschen Bundesländern. "In keinem anderen Bundesland leben außerdem so viele Studierende noch bei ihren Eltern zu Hause. Sie nehmen zugleich viel seltener die Bundesausbildungsförderung (Bafög) in Anspruch, obwohl sie dazu berechtigt wären", sagt Freya Gassmann, Mitarbeiterin im Centrum für Evaluation. Zudem gäbe es schichtspezifische Unterschiede bei der Bereitschaft, in die Ausbildung zu investieren. Mit seiner geringen Akademikerquote und dem relativ hohen Anteil von Nicht-Akademikerkindern sei das Saarland mittlerweile ein "Aufsteigerland". "Die Universität trägt hierzu wesentlich bei, da sie allen Landeskindern ein wohnortnahes und damit günstiges Studium ermöglicht", erläutert die Wissenschaftlerin.

Die Universität bietet Zukunftschancen

"Der Verlust weiterer Studienplätze wäre in mehrfacher Hinsicht für das Saarland bedenklich", warnt Wolfgang Meyer vom Centrum für Evaluation. Auf der Grundlage einfacher Trendanalysen wagen die Wissenschaftler einen Blick in die Zukunft und berechnen, was zum Beispiel passiert, wenn man die Universität schließen würde oder sie durch hohe Sparauflage stark zurückbauen müsste. "Angesichts des demographischen Wandels und der hierdurch schrumpfenden Bevölkerung an der Saar sind mittelfristig sowohl das Bundesland als auch die Universität im Bestand gefährdet. Gerade angesichts des Bevölkerungsrückgangs ist die Saar-Uni eine der wenigen Optionen für das Land, um junge Leute in die Region zu bringen. Mit attraktiven Studienbedingungen könnten einige der zu befürchtenden Auswirkungen zumindest abgeschwächt werden", erläutert Wolfgang Meyer.

 

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