ANZEIGE

Neue Leitung

Matthias Lilienthal wird Intendant der Volksbühne Berlin

Seit dem Tod von René Pollesch im Februar 2024 war die Intendanz der Volksbühne Berlin vakant. Nun steht fest, wer das Theater in Zukunft leiten soll. Ab der Spielzeit 2026/27 soll Matthias Lilienthal der Intendant der Volksbühne werden. Lediglich die Zustimmung des Berliner Senats steht noch aus. Der designierte Intendant Lilienthal sagt: "Wir möchten die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz zu einem internationalen Ort des Theaters machen. Das ist unser Widerstand gegen eine Politik der Renationalisierung, ein lustvoller Widerstand. Florentina Holzinger ist schon da, Marlene Monteiro Freitas und ich kommen dazu. Wir freuen uns darauf, dass die Stadt Berlin sich zu einem ihrer wichtigsten Theater bekennt."

Lilienthal ist an der Volksbühne Berlin kein Unbekannter. Von 1991 bis 1998 war er als Chefdramaturg und stellvertretender Intendant an dem Theater tätig. Seine berufliche Laufbahn startete er zuvor am Theater Basel als Dramaturg von Frank Castorf und Christoph Marthaler. In den 2000er Jahren leitete Lilienthal das HAU Hebbel am Ufer in Berlin. Während seiner Zeit wurde das Theater zweimal in der Kritikerumfrage des Fachmagazins Theater heute zum "Theater des Jahres" gekürt. Zudem verantwortete er 2002 und 2014 das Festival der Welt im Rheintal und in Mannheim. Von 2015 bis 2020 leitete Lilienhalt die Münchner Kammerspiele. Auch dieses Haus wurde unter seiner Intendanz zweimal als "Theater des Jahres" ausgezeichnet. In den vergangenen Jahren hat Lilienthal als Festivalmacher, beispielsweise für "This Is Not Lebanon" am Künstlerhaus Mousonturm, sowie als Dramaturg, Dozent und Schauspieler gearbeitet.

Neu eingeführt: ein Artistic Board

Neben Lilienthal wird die Leitung der Volksbühne Berlin von einem Artistic Board, bestehend aus den Choreografinnen Florentina Holzinger und Marlene Monteiro Freitas, ergänzt. Holzinger studierte Choreografie an der School für New Dance Development (SNDO) in Amsterdam. Ihr Diplom-Solo Silk bekam 2012 beim lmPulsTanz Festival den Prix Jardin d'Europe. Weitere Auszeichnungen folgten. Mit "TANZ" (2019) erhielt sie beim Theatertreffen den NESTROY-Preis für die beste Regie, für die Produktion "A Divine Comedy" (2021) für die Ruhrtriennale den FAUST-Preis. Auch Holzinger war bereits an der Volksbühne Berlin aktiv. An dem Theater entwickelte sie das Werk "Ophelia's Got Talent" (2022), das zahlreiche Werke gewann, darunter den FAUST-Award für die beste Tanzperformance. 2024 debütierte sie mit ihrem ersten Opernprojekt "SANCTA", eine Koproduktion mit dem Mecklenburgischen Staatstheater, der Staatsoper Stuttgart und den Wiener Festwochen.

Freitas absolvierte ein Tanzstudium am P.A.R.T.S. in Belgien und beim Fundação Calouste Gulbenkian in Portugal. Nach ihrem Studium entwickelte sie ein Tanzprojekt mit den Bewohnern von Cova da Moura, einem sozial schwachen Viertel von Lissabon. Gemeinsam mit Trajal Harell, François Chaignaud und Cecilia Bengolea entwickelte sie die Produktion "(M)imosa", die 2012 im Rahmen von "Tanz im August" am HAU Hebbel am Ufer in Berlin aufgeführt wurde. Freitas ist Gründungsmitglied der Tanzkompanie Compass und Mitglied es In Lissabon ansässigen Künstlerkollektivs Bomba Suicida. 2018 erhielt Freitas den Silbernen Bär der Venedig Biennale, 2021 den Evens Arts Prize und Chanel Next Prize.

Ein Beratungsgremium bestehend aus Beate Heine, Intendantin des Staatstheater Wiesbaden, Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen, Vanessa Unzalu Troya, Leiterin von P14 der Volksbühne sowie Kay Voges, Intendant des Volkstheater Wien, hatte sich einstimmig sowohl für Lilienthal als auch für Holzinger und Freitas ausgesprochen. "Matthias Lilienthal hat mit seinem innovativen Konzept und seinen künstlerischen Ideen überzeugt, als Intendant verfügt er über langjährige Erfahrungen an verschiedensten Institutionen, gemeinsam mit dem Artistic Board verspricht er eine ideale Kombination aus Leitungserfahrung und künstlerischem Aufbruch. Für die Volksbühne eröffnet sich damit eine vielversprechende Perspektive auf ein avanciertes Programm für Berlin und weit darüber hinaus", so das Beratungsgremium.

 

Aktuelle Ausgabe

5-6/2026

Marketplace

Präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre Dienstleistungen. Zum Marketplace









Newsletter

Save the Date

Weitere Publikationen

Place Brands
Persönlichkeiten im Stadtmarketing

Social Media

Abonnement hier widerrufen

Weitere Webseiten