
TUD-Kanzler und Wahlleiter Jan Gerken gratuliert Prof. Ursula Staudinger zur Wiederwahl – Foto: TUD
Hochschulleitung
Ursula Staudinger als Direktorin der TU Dresden bestätigt
Prof. Ursula Staudinger wird auch in den kommenden fünf Jahren die Technische Universität Dresden (TUD) als Direktorin leiten. Staudinger erhielt bereits im ersten Wahlgang am 12. März 2025 die Mehrheit der Stimmen der Mitglieder des Erweiterten Senats und setzte sich klar gegen ihren Mitbewerber Prof. André Thess durch. Sie ist seit 2020 Rektorin der Universität. Ihre zweite Amtszeit beginnt im August 2025 mit der Bestellung durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus.
Die wiedergewählte Direktorin Staudinger sagt: "Ich danke den Mitgliedern des Erweiterten Senats sehr herzlich für dieses starke Votum und das mir damit zum Ausdruck gebrachte Vertrauen. Ich freue mich sehr, dass wir den eingeschlagenen Weg hin zu einer global ausgerichteten und regional verankerten Exzellenzuniversität für das 21. Jahrhundert gemeinsam weitergehen werden." Staudinger betonte in ihrer Rede, die TU sei fachlich und disziplinär breit aufgestellt und trage dazu bei, Lösungen für globale Herausforderungen wie Klima- und Energiekrise, Ressourcenknappheit und demografischen Wandel zu entwickeln. Die TUD solle national und international Spitzenplätze einnehmen.
Ihre Vision für eine "TUD 2030" steht unter dem Motto "Im Miteinander erfindungsreich, transformativ, engagiert". In ihrer zweiten Amtszeit will Staudinger die bereits begonnene Exzellenzstrategie fortsetzen. Derzeit befinden sich sechs Exzellenzcluster bzw. -initiativen der Universität in der Endrunde der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder. Vier davon verantwortet die TUD allein, je eines gemeinsam mit der Universität Würzburg und der RWTH Aachen. "Ich bin überzeugt, dass wir die sehr guten Vorarbeiten für die Verteidigung des Exzellenzstatus erfolgreich abschließen werden. Wir werden fristgerecht zum 1. August den Selbstbericht zur Exzellenzstrategie einreichen und bereiten uns auf die Begehung im November vor", so Staudinger.
Staudinger hat mehrere Pläne
Darüber hinaus will Staudinger in ihrer zweiten Amtszeit die regionalen Netzwerke im Rahmen des Dresden-Concept Science and Innovation Campus ausbauen. Auch die Partnerschaften mit Unternehmen wie dem Halbleiterkonzern TSMC aus Taiwan und renommierten internationalen Hochschulpartnern in Indien im Rahmen des TUD-Transcampus sowie der EUTOPIA - European University Partnership will die Rektorin fortführen und intensivieren. Dazu soll auch das in ihrer ersten Amtszeit gegründete Exzellenzzentrum TUD|excite beitragen, das Impulse zur Förderung der Gründungskultur an der TUD setzt. Mit zwei Forschungsinfrastrukturprojekten, dem Circecon und dem Smart Mobility Lab (SML) sowie einem Großforschungszentrum für das Deutsche Zentrum für Astrophysik (DZA), will sie den Strukturwandel in der Lausitz vorantreiben. Unter anderem soll ein interdisziplinärer Masterstudiengang Astrophysik eingerichtet werden.
Um Nachwuchswissenschaftler:innen und Studierende für den Hochschulstandort Dresden zu gewinnen, will Staudinger mit Akkreditierungsagenturen zusammenarbeiten, um verstärkt attraktive Studiengänge zu entwickeln und diese für neue Zielgruppen zu öffnen sowie durch ein Mikrozertifikatssystem zu ergänzen. Zudem soll mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) die Modernisierung des TUD-Campus vorangetrieben werden. Die Technologie soll unter anderem in die Lehre integriert werden, um einen selbstverständlichen, aber auch kritischen Umgang mit der Technologie zu schulen. In der Verwaltung soll KI Prozesse beschleunigen.
Staudinger studierte Psychologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und an der Clark University in Massachusetts (USA). Sie promovierte 1998 an der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIfB). Dort habilitierte sie sich 1997 und arbeitete anschließend als Projektgruppenleiterin. Von 1999 bis 2003 lehrte Staudinger als Professorin an der TU Dresden. Danach wechselte sie als Vizepräsidentin an die Jacobs University Bremen, wo sie bis 2013 tätig war. In dieser Zeit gründete sie als Dekanin das Jacobs Center on Lifelong Learning and Institutional Development. Im Jahr 2013 gründete sie zudem das Columbia Aging Center an der Columbia University in New York und forschte dort als Professorin für soziomedizinische Wissenschaften. Staudinger ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, deren Vizepräsidentin und Foreign Secretary sie zehn Jahre lang war. Darüber hinaus engagiert sie sich in zahlreichen weiteren nationalen und internationalen Institutionen und Netzwerken.
Sophie-Marie Jahn 14.03.2025










