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Im Untersuchungszeitraum der Studie sind mehr Menschen mit den Linienbussen des Nordhessischen Verkehrsverbundes gefahren als im Vorjahr – Foto: Nils Klinger/NVV

Mobilität

Deutschlandticket hat auch im ländlichen Raum Potenzial

Eine Studie der Universität der Kassel zeigt, dass das Deutschlandticket auch im ländlichen Raum funktionieren kann. In seiner Masterarbeit "Auswirkungen des Deutschlandtickets auf die Verkehrsnachfrage in Nordhessen" analysierte Jonas Fulda (Master Mobilität, Verkehr und Infrastruktur), wie sich die Nachfrage im Linienverkehr im Nordhessischen Verkehrsbund (NVV) und im Pkw-Verkehr nach der Einführung des Deutschlandtickets entwickelt hat. Dazu wurden vom 1. Mai 2023 bis zum 24. März 2024 automatische Fahrgastzählsysteme auf 25 Buslinien in den Landkreisen Kassel, Werra-Meißner, Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder und Hersfeld-Rotenburg ausgewertet und mit den Daten des Vorjahreszeitraums (1. Mai 2022 bis 25. März 2023) verglichen.

Das Ergebnis: Trotz gleichbleibendem Angebot stieg die Zahl der Beförderungen im NVV-Gebiet im Vergleich zum Vorjahr um rund zehn Prozent, obwohl es zu dieser Zeit mit dem Neun-Euro-Ticket ebenfalls ein attraktives Angebot hatte. Damit liegt das NVV-Gebiet sogar über dem Bundesdurchschnitt von knapp sieben Prozent. Gleichzeitig ging der Pkw-Verkehr um 0,8 Prozent zurück. Laut NVV gab es zum 1. Februar 2025 rund 53.000 Deutschlandticket-Abonnements im Gebiet, im Vorjahr waren es 44.900. Über 40 Prozent der Deutschlandticket-Abonnements wurden dabei von Bewohner:innen außerhalb Kassels abgeschlossen.

Sommer urteilt: "Das Beispiel NVV zeigt, dass auch und gerade im ländlichen Raum durch das Deutschlandticket mehr Fahrgäste gewonnen werden können als in urbanen Räumen – wenn das Angebot stimmt." Und weiter: "Die Kombination aus einem attraktiven Angebot und einem kostengünstigen Deutschlandticket garantiert die soziale Teilhabe und verringert die Abhängigkeit vom Automobil." Seiner Meinung nach hat der NVV im bundesweiten Vergleich ein sehr gutes Angebot. Er hebt dabei insbesondere die Bedeutung der Strategie "Jedes Dorf – jede Stunde" hervor. Diese schreibt fest, dass jeder Ort im NVV-Gebiet ab einer Größe von 200 Einwohner:innen mindestens im Stundentakt mit dem ÖPNV erreichbar ist. "Diese Strategie ist nicht nur vor dem Hintergrund der Klimaschutzziele richtig, sondern bietet vielen Menschen auch eine echte Alternative, wenn ab 2027 die Kraftstoffpreise deutlich steigen sollten", so Sommer. Denn ab 2027 bilden sich die Preise für den CO₂-Ausstoß von Gebäuden und Verkehr über den europäischen Emissionshandel, was zu Preissteigerungen von 30 bis 40 Cent pro Liter führen kann.

 

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