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"JMB di.kla" ist ein kostenfreies und fachübergreifendes Angebot zu jüdischer Geschichte und Kultur – Foto: JMB

Vermittlung

Jüdisches Museum Berlin startet digitales Klassenzimmer

Mit "JMB di.kla" bietet das Jüdische Museum Berlin (JMB) ab sofort eine Online-Plattform für Lehrer:innen zur Vermittlung jüdischer Geschichte und Kultur an. Das Haus will damit diskriminierungskritisches Lernen fördern und Schüler:innen zum Mitdenken, Mitmachen sowie zum Dialog anregen. Der Name des Online-Angebots hat dabei eine doppelte Bedeutung. Zum einen steht "di.kla" für "digitales Klassenzimmer", zum anderen ist es ein hebräischer Vorname mit der Bedeutung "Palme", die für Wachstum und Positivität steht. Die Umsetzung der App erfolgte mit Unterstützung der Friends of the Jewish Museum Berlin in den USA.

JMB-Direktorin Hetty Berg sagt: "JMB di.kla ist ein wegweisendes Bildungsprojekt, das moderne Lernwelten verbindet – interaktiv, digital und im Klassenzimmer. In einer Zeit, in der die Auseinandersetzung mit Geschichte und Vielfalt wichtiger ist denn je, möchten wir jungen Menschen nicht nur Wissen vermitteln, sondern sie dazu ermutigen, selbstständig zu denken und eine respektvolle Haltung gegenüber allen Mitgliedern unserer diversen Gesellschaft einzunehmen. Gerade heute, in einer vernetzten Welt, ist es besonders wichtig, diese Kompetenzen zu fördern."

Der digitale Klassenraum richtet sich an Schüler:innen ab der siebten Klasse und bietet verschiedene Materialien für Einzel- und Gruppenarbeit sowie für ganze Schulstunden und Kurzimpulse zwischen drei und 30 Minuten. Ein Avatar namens "di.kla" führt per Chat durch die Anwendung und sorgt für Interaktion mit den Lerninhalten. Derzeit stehen fünf Lerneinheiten zu den Themen Purim, Pessach, Hebräisch, Antisemitismus und jüdische Orte in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung.

Barbara Thiele, Direktorin für Vermittlung und Digitales, betont: "Mit JMB di.kla realisieren wir ein weiteres Leuchtturmprojekt unserer Digitalstrategie. Es fügt sich nahtlos in unsere Outreach-Programme ein, die es Schüler*innen ermöglichen, jüdische Kultur und Geschichte auf eine verständliche und ansprechende Weise kennenzulernen – auch außerhalb des Museums. Es freut mich, dass wir auf diese Weise noch mehr jungen Menschen erreichen und so kulturelle Teilhabe ermöglichen."

Die Veröffentlichung von "JMB di.kla" fällt in eine Zeit, in der der Nahostkonflikt nach einer vereinbarten Waffenruhe Israels und erneuten Angriffen auf den Gazastreifen wieder zu eskalieren droht. Seit dem Terrorangriff der radikal-islamischen Hamas und dem Einmarsch Israels in den Gazastreifen im Oktober 2013 sind Tausende Menschen dem Konflikt zum Opfer gefallen. Laut den Vereinten Nationen (UN) wurden 50.000 Palästinenser:innen getötet und mehr als 110.000 verletzt. Zudem seien über 1,9 Millionen Einwohner:innen des Gazastreifens auf der Flucht. Durch den Terrorangriff der Hamas sind 1.200 Israelis getötet und 5.400 verletzt worden. Bei der Offensive im Gazastreifen kamen nach israelischen Angaben 400 Soldatinnen und Soldaten ums Leben, weitere 2.500 wurden verletzt. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt. So registrierte das Bundeskriminalamt im Jahr 2024 knapp 4.000 Straftaten mit Nahostbezug.

 

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