Juni-Hochwasser erhöht Spendenbereitschaft
Die Deutschen haben von Januar bis August rund 2,6 Milliarden Euro gespendet. Damit liegt das private Spendenaufkommen um 19,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Auch die Gesamtzahl der Spender sowie die durchschnittliche Spendenhöhe sind gestiegen.Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle GfK-Analyse im Auftrag des Deutschen Spendenrats mit Sitz in Berlin.
In den ersten acht Monaten dieses Jahres spendeten rund 18,1 Millionen Personen an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen. Damit kletterte die Zahl der Spender auf 1,9 Millionen Personen. Auch die Höhe einer durchschnittlichen Spende stieg von 26 auf 30 Euro. Insgesamt lag die Spendenhäufigkeit mit durchschnittlich 4,7 Spenden pro Person leicht unter dem Vorjahr.
Von den Spenden flossen, wie bereits 2012, rund 24 Prozent in den Bereich Kirche und Religion. Aber bedingt durch die Hochwasserkatastrophe in Deutschland hat sich der Anteil der Not-/Katastrophenhilfe am Spendenaufkommen verdoppelt. Er wuchs von neun auf 18 Prozent. Allein im Juni 2013 haben die Deutschen 208 Millionen Euro für die Flutopfer gespendet. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten die Aufrufe und Berichterstattungen in den Medien: Fast die Hälfte der Spendeneinnahmen wurde dadurch angestoßen. Diese stammten überwiegend von der Generation 60 plus (67 Prozent).
Regional betrachtet war die Spendenbereitschaft für die Flutkatastrophe im Süden und Osten Deutschlands am größten. Speziell im Osten haben vermehrt auch Menschen mit einem mittleren Einkommen Geld für die Hochwasserhilfe gegeben.
Die unter 49-Jährigen hatten – im Gegensatz zu anderen Katastrophen wie der auf Haiti – weniger Geld für die Flut im eigenen Land gespendet. "Das könnte vor allem daran liegen, dass gerade junge Menschen das eigene Engagement in den überfluteten Gebieten vor Ort einer Geldspende vorzogen. Dafür sprechen auch viele spontane Aktionen in sozialen Netzwerken", vermutet Daniela Felser, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats.
Die bisherige Entwicklung lasse für das Gesamtjahr 2013 eine Steigerung des Spendenvolumens erwarten, so der Spendenrat. Wie hoch diese Steigerung ausfällt, wird wesentlich davon abhängen, ob es den Organisationen wie im Vorjahr gelingt, gerade in den letzten Monaten des Jahres noch einmal Impulse zum Spenden zu geben und damit auch neue Spender zum Geben zu motivieren.
Die Studie "Spendenjahr 2013: Trends und Prognose" im Auftrag des Deutschen Spendenrats e.V. ist ein Teilergebnis der Studie. GfK CharityScope, die auf kontinuierlichen schriftlichen Erhebungen bei einer repräsentativen Stichprobe von 10.000 Panelteilnehmern basiert. GfK CharityScope ermittelt fortlaufend Daten zum Spendenverhalten von privaten Verbrauchern in Deutschland. Unter anderem werden Spendenvolumen, Spendenhöhe und bevorzugte Tätigkeitsbereiche abgefragt. Als Spende zählen die von deutschen Privatpersonen freiwillig getätigten Geld-, Sach- und Zeitspenden an gemeinnützige Organisationen, Hilfs- sowie Wohltätigkeitsorganisationen und Kirchen. Nicht enthalten sind Erbschaften und Unternehmensspenden, Spenden an politische Parteien und Organisationen sowie gerichtlich veranlasste Geldzuwendungen, Stiftungsneugründungen und Großspenden über 2.500 Euro.
Yvonne Wodzak 15.10.2013









