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Ruth Ur ist die neue Direktorin der Stiftung Exilmuseum Berlin – Foto: Daphne Vlasidou

Erinnerungskultur

Stiftung Exilmuseum Berlin ernennt Ruth Ur zur neuen Direktorin

Ruth Ur übernimmt ab dem 1. Juni 2025 die Direktion der Stiftung Exilmuseum. Zuvor war die Kuratorin und Kunsthistorikern bereits im Stiftungsvorstand aktiv. Nun hat sie eben dieser Vorstand einstimmig zur neuen Direktorin gewählt. Ur tritt die Nachfolge von Gründungsdirektor Prof. Dr. Christoph Stölzl an, der im Januar 2023 verstorben war. Bernd Schultz, Gründer der Stiftung und Mitglied des Vorstands, sagt: "Mit Ruth Ur haben wir eine hervorragende, erfahrene und international renommierte Kuratorin für das Exilmuseum gewinnen können. Sie ist eine leidenschaftliche Vernetzerin und hat mit zahlreichen Ausstellungen und Projekten bereits an vielen Orten weltweit wichtige Impulse gesetzt. Die Zusammenarbeit mit ihr wird der Stiftung Exilmuseum Berlin neue Energie und Innovationen für den Weg in die Zukunft geben."

Die designierte Direktorin Ur zu ihrer neuen Aufgabe: "Exil ist kein Thema der Vergangenheit – es ist unsere Gegenwart. Was zwischen 1933 und 1945 hier geschah und wie es die Welt veränderte, ist heute relevanter denn je. Mich bewegt, wie die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit unsere Sicht auf das Heute schärfen kann – und neue Fragen aufwirft. Im Herzen Berlins einen Ort zu gestalten, der die Geschichte des Exils erfahrbar macht und Brücken in unsere Gegenwart schlägt, ist für mich eine große Ehre – und eine dringende Notwendigkeit."

Die in Großbritannien geborene Ur verfügt über mehr als 25 Jahre internationale Erfahrung in der Konzeption und Umsetzung von Kulturprojekten. Von 1998 bis 2017 war sie in führenden Positionen für den British Council aktiv und unter anderem in Großbritannien, Deutschland, Israel, Indien und der Türkei unterwegs. Zudem kuratierte Ur zahlreiche Ausstellungen und Projekte, wie den den Pavillon von Großbritannien auf der Architekturbiennale in Venedig (2002), das EU-Programm "My City" (2008–10) und die erste Kunstinstallation an der Fassade des Buckingham Palace (2017). Darüber hinaus vertrat sie fünf Jahre lang die Internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Deutschland. Im Rahmen dessen verantwortete sie bis 2025 zahlreiche Ausstellungen und Kampagnen zum jüdischen Leben und zur Schoa, darunter die Jahresausstellung des Deutschen Bundestages zum Holocaust-Gedenktag "Sechzehn Objekte – Siebzig Jahre Yad Vashem“ (2023) sowie "I said, 'Auf Wiedersehen': 85 Jahre Kindertransport nach Großbritannien" (2024).

Herta Müller, Literaturnobelpreisträgerin und Schirmherrin des Exilmuseums, erklärt: "Das Wort Exil ist alt und was es bedeutet, wiederholt sich leider immer wieder neu – bis heute. Es steht für hunderttausende einzelne Lebensläufe. Was sie gemeinsam haben: den Verlust der Heimat und jeder Selbstverständlichkeit. Und die Frage bleibt, wieviel Heimat nimmt man mit im Kopf, wenn man fliehen muss? Wie schwer ist und bleibt dieses unsichtbare Gepäck? In welche Richtung geht die Verlorenheit mit den eigenen Füßen? Und wie kann man das alles an einem Ort hier in Berlin darstellen? Das Exilmuseum Berlin stellt sich diesen Fragen, um den Inhalt des Wortes Exil begreifbar zu machen. Und ich freue mich, dass wir Ruth Ur als Direktorin gewinnen konnten. Sie bringt die Erfahrung und die Haltung mit, diesen Anspruch mit Leben zu füllen."

 

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