
Für das Projekt NRW Fachkräfteagentur International stehen in den nächsten drei Jahren fünf Millionen Euro zur Verfügung – Foto: Olivier Le Moal_AdobeStock
Wirtschaftsstandort
NRW unterstützt Unternehmen bei internationaler Fachkräftegewinnung
Mit der NRW Fachkräfteagentur International (FAI NRW) unterstützt die Landesregierung Nordrhein-Westfalen Arbeitgeber bei der Gewinnung und Integration internationaler Fachkräfte. Ziel ist es, die inländischen Potenziale zur Fachkräftegewinnung zu heben und die entsprechenden Rahmenbedingungen zu verbessern. Die von Almut Schmitz geleitete FAI NRW bietet Beratungsangebote, um durch Vernetzung und Kooperation das Verfahren zur Fachkräfteeinwanderung zu optimieren und die Fachkräfte nachhaltig zu integrieren. Dazu gehören Informationsveranstaltungen, Checklisten, Workshops und Einzelfallberatungen. Im Rahmen dieser Angebote sollen Unternehmen auch für faire und ethische Standards sowie Qualitätsansprüche im Prozess der Personalgewinnung im Ausland sensibilisiert werden. Das Recruiting selbst gehört jedoch nicht zu den Aufgaben der FAI NRW.
Leiterin Schmitz betont: "Die Fachkräftegewinnung endet nicht mit dem Kauf des Flugtickets – sie ist ein umfassender Prozess, der weit über die Einreise hinausgeht. Die FAI NRW begleitet diesen Gesamtprozess und unterstützt nordrhein-westfälische Betriebe dabei, die Ankunft und Integration der Fachkräfte nachhaltig zu gestalten. Dazu gehört auch, dass die Fachkraft sich willkommen fühlt und langfristig bleibt. Durch eine gute Vorbereitung und Offenheit innerhalb der Unternehmen kann hier viel bewegt werden."
Neben nordrhein-westfälischen Arbeitgebern richtet sich die FAI NRW auch an Personalvermittler, regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaften, Kommunen sowie Kammern und Verbände. Gemeinsam mit Partnern wie der Bundesagentur für Arbeit, der Zentralstelle Fachkräfteeinwanderung, Wirtschaftsfördergesellschaften oder Kammern will die Initiative Kooperationen aufbauen, um Doppelstrukturen in den Regionen zu vermeiden und Synergien zu schaffen. Der Plan ist, mit jeder der 16 nordrhein-westfälischen Arbeitsmarktregionen eine Kooperation einzugehen.
Matthias Heidmeier, Staatssekretär des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales, sagt: "Wir brauchen auch Menschen aus dem Ausland, um unsere Wirtschaft und Daseinsvorsorge aufrechtzuerhalten. Nahezu alle Experten sind sich darin einig, dass wir Zuwanderung brauchen, um unseren Wohlstand zu erhalten. Schon heute ist die Fachkräfteeinwanderung, beispielsweise im Bereich der Pflege, Realität. Zugleich sind die Verfahren für Fachkräfteeinwanderung nach wie vor viel zu komplex und es gibt eine Menge Stolpersteine. Wir wollen unseren Teil mit dazu beitragen, einige der Stolpersteine aus dem Weg zu räumen und eine echte Willkommenskultur zu verankern, um internationale Fachkräfte für Nordrhein-Westfalen zu gewinnen und nachhaltig in Gesellschaft und Unternehmen zu integrieren. Mit der FAI NRW möchten wir insbesondere auch klein- und mittelständische Unternehmen auf die Möglichkeiten des internationalen Arbeitsmarktes aufmerksam machen und dabei unterstützen, die Chancen der Anwerbung zu nutzen – nach fairen, ethisch korrekten und wirtschaftlichen Anwerbestandards."
Die FAI NRW ist Bestandteil der Fachkräfteoffensive NRW. Das Projekt ist auf drei Jahre bis August 2027 ausgelegt und wird vom Europäischen Sozialfonds (ESF) im Rahmen der Fachkräfteoffensive NRW mit rund fünf Millionen Euro gefördert. Träger ist die Deutsche Fachkräfteagentur (DeFa). Das Beratungs- und Unterstützungsangebot wird von Partnern in der Fachkräfteoffensive NRW, weiteren Akteuren im Bereich der Fachkräftebindung und -integration sowie einem Beirat unter der Leitung von Heidmeier strategisch begleitet. Mitglieder im Beirat sind unter anderem die Bundesagentur für Arbeit, der Landkreistag und Städtetag NRW sowie der Verband der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaften in NRW. In seiner "Vereinbarung zur internationalen Fachkräftegewinnung" erklärt der Beirat seine Unterstützung, um die Fachkräfteeinwanderung zu verbessern und faire sowie ethische Standards zu fördern.
Sophie-Marie Jahn 16.05.2025









