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Nach Wochen der Krise rund um Intendant Demis Volpi hat das Hamburg Ballett nun Konsequenzen gezogen – Foto: Hamburg Ballett

Entscheidung gefallen

Hamburg Ballett trennt sich von Intendant Demis Volpi

Das Hamburg Ballett und Demis Volpi haben sich auf eine vorzeitige Vertragsauflösung zum Ende der Spielzeit verständig. Zudem wird der Intendant mit sofortiger Wirkung freigestellt. Diese Entscheidung kommt wenig überraschend, so wurde in den vergangenen Wochen immer mehr Kritik an Volpi laut. Das berichteten mehrere Medien, darunter Der Spiegel, DIE ZEIT und der Norddeutsche Rundfunk. Demnach soll Volpi ein "Klima der Angst" verbreitet haben. Auch mangelnde Kompetenz wird ihm unterstellt. Im April 2025 wurde bekannt, dass fünf Erste Solisten ihre Verträge am Hamburg Ballett nicht verlängern. Kurz darauf schrieben 36 Tänzer:innen einen Brandbrief an den Hamburger Kultursenator Dr. Carsten Brosda, in der sie das Arbeitsklima unter Volpi kritisieren. Auch 17 derzeitige und ehemalige Tänzer:innen vom Ballett am Rhein in Düsseldorf, wo Volpi vorher tätig war, meldeten sich zu Wort und bekräftigten die Vorwürfe. Als Reaktion darauf leitete die Geschäftsführung und der Betriebsrat der Oper in Abstimmung mit dem Ballett-Ensemble eine Gefährdungsbeurteilung ein. Deren Ergebnisse wurden allerdings noch nicht veröffentlicht.

Volpi hatte die Intendanz des Hamburg Balletts erst im August 2024 von John Neumeier übernommen. "Meine Vision – sowohl in künstlerischer Hinsicht als auch im Hinblick auf eine zeitgemäße Struktur, die offene und verantwortungsvolle Zusammenarbeit innerhalb einer Ballettcompagnie ermöglicht – ließ sich trotz intensiver Bemühungen unter den aktuellen Rahmenbedingungen am Hamburg Ballett nicht weiter verwirklichen. Im Sinne aller Beteiligten haben wir uns daher auf eine einvernehmliche Beendigung meiner Intendanz verständigt", erklärt der Deutsch-Argentinier.

Der Aufsichtsrat der Hamburgischen Staatsoper und Kultursenator Brosda bedauern, dass keine gemeinsame Grundlage für eine weitere Zusammenarbeit geschaffen werden konnte. Der Aufsichtsrat strebt zunächst eine mehrköpfige Interimsleitung bis zum Ende der Spielzeit 2025/26 an. Zu diesem Zweck werden aktuell Gespräche mit dem stellvertretenden Ballettintendanten Lloyd Riggins, dem Ballettbetriebsdirektor Nicolas Hartmann und der stellvertretenden Direktorin der Ballettschule, Gigi Hyatt, geführt. Zudem laufen mit Nicolas Hartmann Verhandlungen über die interimistische Übernahme der Position des Geschäftsführers.

"Wir werden nun zunächst die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen. Die Interimsleitung soll die Arbeit im Sinne der bisherigen Planungen und damit die Weiterentwicklung des Hamburg Ballett zwischen Tradition und Moderne fortführen. Parallel werden die Voraussetzungen für eine langfristige Nachfolge sorgfältig geschaffen", sagt Brosda. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat den Vorsitzenden und den Vertreter gebeten, in Abstimmung mit dem Betriebsrat, einen extern moderierten Prozess mit der Compagnie einzuleiten. In diesem sollen unter anderem Rahmenbedingungen für die künftige Zusammenarbeit sowie die Anforderungen der Compagnie an eine künftige Ballettdirektion erarbeitet werden. Diese fließen anschließend in den Findungsprozess einer Nachfolge ein.

 

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