
Die Nordsee begrüßt jährlich etwa 20 Millionen Übernachtungs- und Tagesgäste – Foto: Moritz Kaufmann
Umfrage
Tourismusakzeptanz an der Nordsee bleibt stabil
Die Nordsee zählt zu den beliebtesten Reisezielen Deutschlands. Gerade im Sommer übersteigt die Zahl der Gäste häufig die der Einwohner:innen. Vor Ort wird daher über Besucherlenkung, die Verlängerung der Nebensaison, Lösungen für die Wohnraumverknappung und die Entlastung der Verkehrsströme diskutiert. Um die Einstellung der Bevölkerung zum Tourismus zu ermitteln, hat das Deutsche Institut für Tourismusforschung (DI Tourismusforschung) an der Fachhochschule Westküste, Heide, in Zusammenarbeit mit der Nordsee-Tourismus-Service GmbH (NTS), Husum, und der Tourismus-Agentur Nordsee GmbH (TANO), Wilhelmshaven, im vergangenen Jahr eine Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Tourismusakzeptanz insgesamt auf einem stabilen Niveau bleibt. Die Bevölkerung in Niedersachsen und Schleswig-Holstein steht dem Tourismus überwiegend positiv gegenüber und erkennt ihn als wichtigen Wirtschaftsfaktor an.
Die Gästezahl wird von den etwa 1.000 Befragten mehrheitlich als "die richtige Menge" eingestuft. Allerdings sind die Zustimmungswerte für "zu viele Gäste" in Schleswig-Holstein höher als in Niedersachsen. Und auch bei der Art der Gäste werden Unterschiede deutlich. Die Einheimischen sind gegenüber einzelnen Gruppen, wie Gästen mit Hund oder Zweitwohnungsbesitzer, weniger positiv eingestellt und schätzen diese eher als "zu viele" ein. Im Gegensatz dazu wird die Zahl der Camping- und Hotelgäste als "zu wenig" eingestuft.
Darüber hinaus identifiziert die Studie auch lokale Herausforderungen. So gibt es einzelne Orte, an denen die Tourismusakzeptanz sinkt und die touristische Entwicklung teils scharf kritisiert wird. Zudem nehmen Einwohner:innen in stark frequentierten Destinationen temporäre Ballungen wahr, die zu einem Störfaktor werden und somit die Lebensqualität sowie die Tourismusakzeptanz mindern können. Bei den Maßnahmen zur Reduzierung negativer Effekte herrscht aber Einigkeit. Dazu gehören die Wertschätzung der Mitarbeitenden im Tourismus und eine bessere Information der Bevölkerung über touristische Entwicklungspläne. Die meisten halten restriktivere Maßnahmen, wie die Begrenzung der Bettenzahl, für weniger sinnvoll.
Kostenlos versorgt Sie der Public-Marketing-Newsletter mit allen Neuigkeiten. Jetzt abonnieren - nie wieder etwas verpassen!
Sophie-Marie Jahn 18.06.2025









