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Der Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe zeigt: Zahlreiche Städte schützen ihre Bevölkerung nicht ausreichend genug vor Hitze – Foto: dvulikaia-AdobeStock

Deutsche Umwelthilfe

Deutsche Städte im Hitze-Check

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit Sitz in Radolfzell hat in diesem Jahr erneut deutsche Städte und deren Hitzebelastung untersucht. Demnach sind mehr als zwölf Millionen Menschen von extremer Hitze betroffen sind. Laut der Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz leben von den rund 34 Millionen Menschen in den untersuchten Städten etwa 32 Millionen in Gebieten mit mittleren und extremen Hitzebelastungen. "Unser Hitze-Check ist ein Alarmsignal und sollte ein Weckruf für Kommunal-, Landes- und Bundespolitik sein. Er zeigt klar auf, wo der Handlungsbedarf, Grünflächen zu schaffen, am dringlichsten ist. Ab sofort muss die Begrünung von Städten und der Erhalt von Bäumen genauso priorisiert werden wie Wohnungsbau und die jeder anderen Infrastruktur", sagt Metz.

Von den 190 untersuchten Städten mit mehr als 50.000 Einwohner:innen erhalten 31 die rote Karte. Besonders betroffen sind Städte im Süden. Mannheim, Ludwigshafen und Worms schneiden im Hitze-Check am schlechtesten ab. Dort leben 88 bis 91 Prozent der Bevölkerung in Gebieten mit hohen Temperaturen, starker Versiegelung und wenigen Grünflächen. Der Großteil der Kommunen – konkret 131 Städte – bekommt die gelbe Karte. 28 Städte wurden mit der grünen Karte ausgezeichnet. Vor allem Kommunen im Norden, wie Kiel, Flensburg und Wilhelmshaven, können mit moderaten Sommertemperaturen punkten. Doch auch hier sieht die DUH Handlungsbedarf: Einige Städte weisen Versiegelungsanteile von über 45 Prozent und vergleichsweise wenige Grünflächen auf.

Auf Basis der Ergebnisse fordert die DUH einen verbindlichen Mindestanteil an Grünflächen auf an jedem Grundstück, Gebäude und im öffentlichen Raum. "Grün in den Städten ist für die Gesundheit der Menschen kein 'Nice to have', sondern essenziell und braucht die gleiche politische Priorisierung wie Wohnungsbau und jede andere Infrastruktur", schreibt die Organisation. Bundesgeschäftsführer Metz nimmt die politischen Akteure in die Verantwortung: "Bauministerin Hubertz und Umweltminister Schneider sowie alle zuständigen Landesministerinnen und -minister müssen entsprechende Vorgaben etwa in Form eines Grünflächenfaktors im Baugesetzbuch und in allen Landesbauordnungen verankern. Die Kommunen brauchen zudem die notwendige finanzielle Unterstützung, um die Städte zu begrünen für die Gesundheit der Bevölkerung."

Angepasste Methode

Zum Vergleich: Beim ersten Hitze-Check 2024 erhielten 24 Städte eine rote, 82 eine gelbe und 84 eine grüne Karte. In diesem Jahr hat die DUH jedoch ihre Bewertungskriterien weiterentwickelt und den sogenannten Hitzebelastungsindex (HBI) eingeführt. Dieser erfasst, wie viele Menschen innerhalb der Kommunen in stark hitzebelasteten Gebieten leben und wie ungleich Hitzebelastung und -schutz in den Städten verteilt sind. Im Rahmen dessen werden nicht nur der Versiegelungsgrad und das Grünflächenvolumen, sondern auch die Oberflächentemperatur und die Bevölkerungsdichte analysiert. Gebiete gelten als besonders stark oder eher schwach von Hitze betroffen, wenn ihr HBI-Wert vom bundesweiten Durchschnitt (13,74–16,16) abweicht.

Die Grundlage für den Hitze-Check bilden Satellitendaten, die in Kooperation mit der Potsdamer Luftbild Umwelt Planung GmbH (LUP) ausgewertet wurden. Sascha Gey, Leiter der Bereiche Datenanalytik und Öffentlichkeitsarbeit bei der LUP, erklärt: "Geografische Hitzebetroffenheitsindizes wie dieser können zu einer effizienteren, effektiveren und sozial gerechteren Klimaanpassungspolitik beitragen. Damit liegt Städten und Kommunen ein konkretes Planungswerkzeug vor, um sich gegen zunehmende Hitzeereignisse zu wappnen – und Maßnahmen dort umzusetzen, wo Bürgerinnen und Bürger sie am dringendsten brauchen."

 

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