
Die Zukunftsfabrik soll direkt am neuen Campus der Hochschule Esslingen entstehen – Foto: Stadt Esslingen
Standortentwicklung
Stadt Esslingen und Hochschule planen Zukunftsfabrik
In Esslingen am Neckar soll im kommenden Jahr eine Zukunftsfabrik eröffnen. Die Stadtverwaltung und die Hochschule Esslingen haben gemeinsam ein Konzept entwickelt, das Forschung, Industrie und kommunale Innovationsstrategie vereint. Dabei wird das Thema Künstliche Intelligenz (KI) eine zentrale Rolle spielen. Als Standort ist das ehemalige Gebäude der Stadtwerke Esslingen (SWE) in der Weststadt vorgesehen. Auf der benachbarten Fläche entsteht derzeit der neue Campus Weststadt der Hochschule.
Oberbürgermeister Matthias Klopfer betont: "Mit der Zukunftsfabrik können wir Esslingen gemeinsam mit der Hochschule als Ort für IT-Innovationen an der Schnittstelle zwischen Maschinenbau und Informatik etablieren, der über die Region hinaus sichtbar sein wird. Damit stärken wir Esslingen langfristig als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort."
Die Zukunftsfabrik soll als Brücke zwischen Forschung und industrieller Praxis fungieren. Fünf Institute und Labore sollen dort ihre Räumlichkeiten beziehen: das Virtual Automation Lab, das Institut für Technische Zuverlässigkeit und Prognostik, das Institut für Intelligente Systeme, das Labor IT Security und das Labor für additive Fertigung/L3D.
Der gemeinsame Standort soll den interdisziplinären Austausch und eine flexible Nutzung der Räumlichkeiten ermöglichen. Im Dachgeschoss ist dafür auch eine gemeinsame Experimentier- und Demofläche für Smart Systems geplant. Im Erdgeschoss möchte die Stadt Ausgründungen aus der Hochschule, Start-ups oder Unternehmen unterbringen. Ein wichtiger Punkt ist zudem die enge Zusammenarbeit mit regionalen und überregionalen Industriepartnern, akademischen Institutionen und staatlichen Organisationen.
Land muss noch zustimmen
Die Hochschule Esslingen forscht seit Jahren in den Bereichen Intelligente Produktion und Smart Factory sowie zu autonomen Systemen und KI. Im Zuge dessen wurden bereits zahlreiche Forschungsprojekte umgesetzt. Erst im vergangenen Jahr erhielt die Hochschule weitere finanzielle Mittel: Sechs Millionen Euro investiert die Deutsche Forschungsgemeinschaft in das Projekt „Smart Factory Grids“. Die Innovationscommunity „OPEN” wird mit fünf Millionen Euro aus dem DATIpilot-Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
Prof. Christof Wolfmaier, Rektor der Hochschule Esslingen, sagt: "Das Konzept der Zukunftsfabrik mit Forschung zu KI passt perfekt zu unserem Hochschulprofil. Mit unserer starken Forschung und dem engen Netzwerk in die Wirtschaft tragen wir als Hochschule entscheidend dazu bei, ein Esslinger Leuchtturmprojekt aufzubauen."
Der Umbau des ehemaligen Stadtwerke-Gebäudes soll im März 2026 starten. Die Eröffnung ist für Oktober desselben Jahres geplant – zeitgleich zum Einzug der Hochschule Esslingen in den neuen Campus Weststadt. Bevor mit der Umsetzung der Zukunftsfabrik begonnen werden kann, muss das Land Baden-Württemberg dem Vorhaben jedoch noch offiziell zustimmen. Sobald dies geschehen ist, stellt die Stadt Esslingen 1,86 Millionen Euro für die Entwicklung der Zukunftsfabrik bereit. Auch der Verband Region Stuttgart hat bereits eine Förderung zugesagt. Im Rahmen des Kofinanzierungsprogramms KI werden weitere 900.000 Euro zur Verfügung gestellt.
Sophie-Marie Jahn 04.08.2025









