
Dr. Richard Lutz kam 2017 zur Deutschen Bahn – Foto: DB AG/Max Lautenschläger
Neuaufstellung
DB-Chef Richard Lutz muss gehen
Die Deutsche Bahn AG, Berlin, bekommt eine neue Führungsspitze. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder gab am vergangenen Donnerstag bekannt, dass der Vertrag mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Richard Lutz vorzeitig aufgelöst wird. Ursprünglich lief sein Vertrag bis 2027. Bis eine Nachfolge gefunden ist, bleibt Lutz noch in seiner Position.
Die Entscheidung zur Vertragsauflösung fiel nach Gesprächen mit Lutz und Werner Gatzer, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats. Laut Schnieder muss die Bahn strukturell und personell neu aufgestellt werden. In den Tagesthemen sagte der Bundesverkehrsminister, die Bahn befinde sich in einem desolaten Zustand und müsse pünktlicher, sauberer und sicherer werden. Dafür seien Investitionen notwendig, insbesondere in das Schienennetz. So sollen 40 Hochleistungskorridore saniert werden.
Bundesverkehrsminister Schnieder dankt dem Bahnchef für seine Arbeit: "Ich danke Herrn Dr. Lutz für sein großes Engagement in schwierigen Zeiten bei der Bahn. Ich bin mir sicher, dass er auch in den verbleibenden Wochen alles für die Schiene geben wird." DB-Aufsichtsratsvorsitzender Werner Gatzer erklärt: "Dr. Richard Lutz hat die Bahn über viele Jahre geführt und ihr viele Impulse gegeben. Dafür gebührt ihm großer Dank. Wir werden jetzt einen Auswahlprozess für einen neuen Vorstandsvorsitzenden starten und dann die entsprechenden Beschlüsse für den Aufsichtsrat vorbereiten."
Auch der DB-Konzern äußerte sich zu der Entscheidung des Bundesverkehrsministers. Eine Sprecherin des Unternehmens teilte mit: "Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, DB-Aufsichtsratsvorsitzender Werner Gatzer und Dr. Richard Lutz haben sich heute in Berlin einvernehmlich verständigt, zeitnah den Vertrag des Vorstandsvorsitzenden vorzeitig zu beenden. Dr. Richard Lutz wird weiterhin geschäftsführend zur Verfügung stehen, bis die Nachfolge an der Spitze der Deutschen Bahn AG geregelt ist."
Am 22. September 2025 will Schnieder seine "Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene" mit Eckpunkten zur Reform der DB vorstellen. "Ich habe immer gesagt: erst die Strategie, dann das Personal. Unser Konzept steht in den Grundzügen, jetzt gilt es, die passende Person zu finden, die es umsetzt. Auch für diesen Auswahlprozess gilt: Gründlichkeit und Sorgfalt vor Schnelligkeit", so der CDU-Politiker.
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Sophie-Marie Jahn 15.08.2025










