
Mit der Kampagne "Recht gegen Rechts" geht Laut gegen Nazis aktiv gegen die Verbreitung rechtsextremer Botschaften und Symbole vor – Foto: Julius Witt
NGO-Aktion
Laut gegen Nazis sichert sich Rechte an Nazi-Shop
Im Kampf gegen Rechtsextremismus ist dem Verein Laut gegen Nazis der nächste Coup gelungen. Im Rahmen der Kampagne "Recht gegen Rechts" hat sich die Hamburger Initiative gemeinsam mit der die Markenrechte an dem rechtsextremen Online-Shop "Druck18" schützen lassen. Damit unterbindet "Laut gegen Nazis" die kommerzielle Nutzung des Shops. Betreiber der Website ist der Thüringer Neonazi Tommy Frenck. Sollte er den Namen weiterhin nutzen, drohen ihm rechtliche Konsequenzen.
Jörn Menge, Gründer von Laut gegen Nazis e.V., erklärt: "Wir haben ja bereits mit der markenrechtlichen Eintragung einzelner Codes bewiesen, dass wir Nazis dort treffen, wo es ihnen am meisten weh tut: Ihren Geldbeuteln. Mit ‘Druck18’ gehen wir noch einen Schritt weiter: Denn, wer mit rechtem Hass Geld verdient, muss mit Gegenwind rechnen. Wir haben keine Lust mehr, tatenlos zuzusehen, wie Nazis ihre Codes frei über den digitalen Ladentisch verkaufen. Deshalb widmen wir uns genau den Stellen, an denen rechte Strukturen oft übersehen werden."
Merchandise-Shops gelten als wichtige Finanzierungsquelle der rechtsextremen Szene. Das sagt auch Philip Schlaffer, ehemaliger Neonazi und heute Aussteiger: "Der größte Teil der Szene finanziert sich über Merchandise und 'Druck18' ist das Flaggschiff. Wer da reingrätscht, entzieht der Bewegung nicht nur Geld, sondern auch Reichweite und Identifikation. Diese Aktion trifft ins Schwarze."
Die Kampagne "Recht gegen Rechts" wird gemeinsam mit der Berliner Werbeagentur Jung von Matt umgesetzt. Dabei sicherte sich Laut gegen Nazis im Herbst 2023 mehrere Wortmarken, um die Verbreitung rechter Codes zu unterbinden. Im April 2024 folgte unter dem Titel "Fashion against Fascism" eine Datenbank für rechtsextreme Codes, um die Verbreitung codierter rechtsextremer Sprache und Symbole im Fashion-E-Commerce gezielt zu bekämpfen.
Sophie-Marie Jahn 19.08.2025










