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Laut Reporter ohne Grenzen sind die palästinensischen Gebiete für Journalistinnen und Journalisten derzeit der gefährlichste Ort der Welt – Logo: RSF

Aufruf

Reporter ohne Grenzen startet weltweite Aktion für Gaza

Die international tätige Organisation Reporter ohne Grenzen, mit Deutschlandsitz in Berlin, hat gemeinsam mit der Kampagnenplattform Avaaz zu einer Aktion zum Schutz palästinensischer Medienschaffender in Gaza aufgerufen. Im Juni 2025 fand bereits eine ähnliche Aktion statt. Dem aktuellen Aufruf haben sich mehr als 250 Medienhäuser aus über 50 Ländern angeschlossen. Am 1. September 2025 haben sie teilweise oder komplett ihre Titelseiten geschwärzt beziehungsweise schwarze Banner auf ihren Webseiten platziert. Aus Deutschland haben sich unter anderem die Frankfurter Rundschau, Der Freitag, nd und die taz sowie die Plattformen dis:orient und Weltreporter.net beteiligt.

Mit der Kampagne fordern die NGO und die Medienhäuser ein Ende der Tötungen sowie die sofortige Evakuierung von Journalistinnen und Journalisten, die den Gazastreifen verlassen möchten. Dabei sollen Regierungen weltweit auch palästinensische Medienschaffende aufnehmen. Außerdem soll internationalen Medien ungehinderter Zugang zum Gazastreifen gewährt werden. Darüber hinaus wollen die Akteure erreichen, dass die Straffreiheit für israelische Verbrechen in Gaza ein Ende hat.

Die Aktion fand kurz vor der 80. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York am 9. September 2025 statt. Die Beteiligten fordern die internationale Gemeinschaft dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, und an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, gegen die Verbrechen der israelischen Armee gegen palästinensische Medienschaffende vorzugehen. Auf der Rangliste der weltweiten Pressefreiheit liegen die palästinensischen Gebiete auf Rang 163 von 180, Israel auf Rang 112.

Zugespitzte Lage in Gaza

Die Kampagne ist insbesondere eine Reaktion auf die jüngsten Angriffe Israels auf Medienschaffende im Gazastreifen. Im August sind bei israelischen Angriffen zwölf Journalistinnen und Journalisten von lokalen und internationalen Medien ums Leben gekommen, darunter Vertreter:innen von Reuters und Associated Press. Anas al-Sharif, Korrespondent des katarischen Senders Al-Dschasira (Al-Jazeera), war sogar das bewusste Ziel eines Angriffs. Laut RSF sind seit Oktober 2023 mehr als 210 Medienschaffende von der israelischen Armee getötet. Davon sollen 56 gezielt ins Visier genommen worden sein.

Anja Osterhaus, Geschäftsführerin von RSF Deutschland, sagt: "Es ist der bislang tödlichste Monat: Allein im August beklagen wir mindestens zwölf getötete Journalistinnen und Journalisten. Es kann nicht sein, dass diese Verbrechen ungestraft bleiben. Wir sagen es laut und deutlich: Wenn die israelische Armee Medienschaffende in Gaza weiter in diesem Tempo tötet, wird bald niemand mehr da sein, um die Menschen zu informieren. Mit unserer Kampagne fordern wir die Staats- und Regierungschefs der Welt auf, ihrer Pflicht nachzukommen und die israelische Regierung zum Einlenken zu bringen."

Um Israel wegen der Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten im Gazastreifen zur Verantwortung zu ziehen, hat Reporter ohne Grenzen beim Internationalen Strafgerichtshof vier Strafanzeigen wegen Kriegsverbrechen eingereicht. Vor Ort im Gazastreifen unterstützt die NGO palästinensische Medienschaffende durch Partnerschaften mit lokalen Organisationen wie Arab Reporters for Investigative Journalism. Gemeinsam bieten sie materielle, psychologische und professionelle Unterstützung.

 

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