
Eine Registrierung ist bei "RE:think" nicht notwendig – Fotos: Screenshots der App "RE:think" (09.09.2025)
Politische Bildung
Bildungsstätte Anne Frank sensibilisiert mit Minispielen
Nach dem Erfolg des Serious Games "Hidden Codes" (2021) hat die Bildungsstätte Anne Frank mit Sitz in Frankfurt am Main ein weiteres spielerisches Wissensangebot entwickelt. Seit Ende August 2025 ist "RE:think – Das digitale Lernlabor der Bildungsstätte Anne Frank" in den App-Stores kostenlos verfügbar. In Form von Minispielen vermittelt die Anwendung Wissen zum Umgang mit Antisemitismus, Rassismus, Verschwörungsmythen und Hate Speech. Dabei tauchen Charaktere aus dem Spiel "Hidden Codes" zur Prävention von rechtsextremer und islamistischer Radikalisierung wieder auf. In der "RE:think"-App stehen bereits acht Games zur Verfügung, bis Jahresende sollen vier weitere folgen.
Das digitale Lernlabor richtet sich in erster Linie an Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren. Laut der Bildungsstätte ist die Anwendung auch für den Schulunterricht geeignet. Bis Ende 2025 will das Zentrum zusätzliche Begleitmaterialien und Unterrichtsanregungen zum Spiel für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte bereitstellen. Direktorin Dr. Deborah Schnabel erläutert: "Erfolgreiche politische Jugendbildung begegnet jungen Menschen auf Augenhöhe und knüpft an ihre Lebenswelten und digitalen Nutzungsgewohnheiten an – ästhetisch und technisch auf der Höhe der Zeit. In der Bildungsstätte Anne Frank denken wir Demokratie- und Medienbildung schon lange zusammen und tragen die Inhalte unserer politischen Bildung auch auf digitale Plattformen wie TikTok oder Youtube – oder ins Gaming, wie mit unserem preisgekrönten Serious Game Hidden Codes und nun mit RE:think."
Die Idee zu "RE:think" ist bereits während der Corona-Pandemie entstanden. Projektleiterin Hami Nguyen erklärt: "Seit dieser Zeit sind Jugendliche verstärkt Verschwörungserzählungen, Fake News sowie rassistischen und antisemitischen Feindbildern ausgesetzt. Gleichzeitig gewann digitales Lernen an Schulen stark an Bedeutung." Die inhaltliche Grundlage bietet das Lernlabor und die Dauerausstellung "Anne Frank. Morgen mehr". Mit der App wollte die Bildungsstätte die Inhalte bundesweit zugänglich machen, so Nguyen.
Die App wurde in Zusammenarbeit mit dem Spieleentwickler Playing History, der auch "Hidden Codes" umgesetzt hat, realisiert. Um zielgruppengerechte Inhalte zu erstellen, wurden an dem Entwicklungsprozess auch Jugendliche beteiligt. "Es ist didaktisch anspruchsvoll, komplexe Inhalte spielerisch zu vermitteln, und zwar so, dass sich die Games nicht nach einem 'Pflichtprogramm' anfühlen, sondern wirklich Spaß machen. Es gilt eine gute Balance zwischen Spielspaß und Lerneffekt zu finden. Deshalb haben wir Jugendliche während der verschiedenen Entwicklungsetappen immer wieder eingebunden und um ihr Feedback gebeten", sagt Nguyen. Die Anwendung wird von der Deutsche Bank Stiftung gefördert.
Sophie-Marie Jahn 09.09.2025









