
(v. l.) Michele Spotti, Maxime Pascal und Titus Engel sind ab dem kommenden Jahr für die musikalische Leitung der Deutschen Oper Berlin verantwortlich – Foto: Nancy Jesse
Musikalische Leitung
Deutscher Oper Berlin setzt auf Dirigenten-Trio
An der Deutschen Oper Berlin übernimmt künftig eine Dreier-Spitze die musikalische Leitung. Eine Generalmusikdirektorin beziehungsweise einen Generalmusikdirektor wird es zunächst nicht geben. Dies gab der designierte Intendant Aviel Cahn im Rahmen einer Pressekonferenz am 22. September 2025 bekannt. Zu Principal Guest Conductors wurden die Dirigenten Maxime Pascal und Michele Spotti ernannt. Titus Engel wurde als Conductor in Residence ernannt. Das Dirigenten-Trio übernimmt die Nachfolge von Sir Donald Runnicles, der als Chefdirigent zur Dresdner Philharmonie wechselt.
Als Grund für die Entscheidung, zunächst auf eine Generalmusikdirektion zu verzichten, führt Cahn aus: "In den vergangenen zwei Jahren habe ich intensive Gespräche mit dem Orchester über mögliche Nachfolgekandidat*innen für den im Sommer 2026 ausscheidenden Generalmusikdirektor Sir Donald Runnicles geführt. Beide Seiten möchten sich gerne mehr Zeit nehmen und vor allem mehr Erfahrungswerte sammeln, um entsprechende Künstlerpersönlichkeiten vertieft kennenzulernen. Für die ersten zwei bis drei Spielzeiten freuen wir uns deshalb auf diese inspirierende, spannende Teamlösung, die eine Vielfalt an kreativen Begegnungen ermöglicht wie auch das Feld für andere Dirigentinnen und Dirigenten offenlässt."
Expertise aus Frankreich, Italien & der Schweiz
Mit der Ernennung eines Dirigenten-Trios setzt die Deutsche Oper Berlin auf europäische und musikalische Vielfalt. So hat sich der Franzose Maxime Pascal vor allem als Interpret von zeitgenössischer Musik und Musik des 20. Jahrhunderts einen Namen gemacht. Zudem ist er Mitbegründer des 2008 entstandenen Kollektivs Le Balcon. Zu seinem Engagement an der Deutschen Oper Berlin sagt er: "Ich fühle mich zutiefst geehrt und bin stolz, eine enge Beziehung zum Orchester, den Sänger*innen, dem Chor und den Teams der Deutschen Oper Berlin weiter aufzubauen und gemeinsam nach musikalischer Exzellenz zu streben." Michele Spotti stammt ursprünglich aus Italien und ist derzeit Musikdirektor des Opernhauses und des Philharmonischen Orchesters von Marseille in Frankreich. Er erklärt: "Berlin war schon immer eine Stadt der künstlerischen Entdeckungen und des musikalischen Dialogs. Ich fühle mich geehrt durch die großartige Möglichkeit, den Reichtum des italienischen Repertoires – und nicht nur das – auf die lebendige Bühne der Deutschen Oper Berlin zu bringen."
Der aus der Schweiz stammende Titus Engel lebt seit rund 30 Jahren in Berlin. Sein Fokus liegt vor allem auf der Umsetzung klassisch-romantischer und barocker Werke. "Ich freue mich sehr darauf, spannende und innovative Opernprojekte und Konzerte an der Deutschen Oper zu realisieren und mitzuhelfen, die Verbindung der großen und ehrwürdigen Institution mit dem sprühenden Leben der Berliner Szene zu ermöglichen", so Engel.
Der designierte Intendant Cahn sagt zu der Ernennung des Dirigenten-Trios: "Ich freue mich, dass wir mit Maxime Pascal und Michele Spotti zwei enorm gefragte und sehr unterschiedliche Dirigenten-Persönlichkeiten an unser Haus verpflichten können. Pascal als tief im 20. Jahrhundert verankerter Projektentwickler, Michele Spotti als jüngerer Vertreter der großen italienisch romantischen Dirigenten-Tradition. Mit Titus Engel verbindet mich eine langjährige Zusammenarbeit. Kaum ein Dirigent in der deutschsprachigen Opernwelt ist dermaßen offen und denkt so inhaltlich erneuernd wie er."
Cahn selbst übernimmt die Intendanz der Deutschen Oper Berlin im Sommer 2026. Aktuell ist er noch Generaldirektor des Grand Théâtre de Genève in der Schweiz. Von 2009 bis 2019 leitete er zudem die Opera Vlaanderen in Antwerpen und Gent (Belgien). Weitere Stationen waren das China National Symphony Orchestra in Peking, die Finnische Nationaloper in Helsinki und das Stadttheater in Bern (Schweiz). Darüber hinaus ist er Präsident der Europäischen Musiktheater-Akademie in Wien und gastiert als Dozent an der Universität Wien sowie am Mozarteum Salzburg.
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Sophie-Marie Jahn 23.09.2025










