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Für den Jahrgang 2007 wird es keinen Kulturpass mehr geben – Foto: Screenshot der Website kulturpass.de (24.09.2025)

Junge Menschen

Bundesregierung stellt Kulturpass ein

Es hat sich bereits seit mehreren Monaten angedeutet, nun steht es fest: Der Kulturpass für 18-Jährige läuft zum Jahresende 2025 aus. Auf der Website des Kulturpasses heißt es dazu: "Es werden keine weiteren Jahrgänge folgen." Das bereits freigeschaltete Budget kann noch bis zum 30. November eingelöst werden.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer stützt die Einstellung des Kulturpasses auf die Einschätzung des Bundesrechnungshofes, dass es keine verfassungsrechtliche Grundlage für die Finanzierung des Kulturpasses seitens des Bundes gibt. In seinem Beratungsbericht an den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages im Juli 2025 schreibt der Bundesrechnungshof: "Die Kulturhoheit liegt grundsätzlich bei den Ländern, die auch die Finanzierungslasten tragen." Der Bundesrechnungshof habe daher empfohlen, die Förderung des Bundes zu beenden und keine weiteren Ausgaben im Bundeshaushalt vorzusehen. Laut der Behörde beliefen sich die Ausgaben für den Kulturpass im Bundeshaushalt 2023 auf 100 Millionen Euro.

Kritik an dieser Entscheidung kommt unter anderem von der Bundesschülerkonferenz und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Die Zeit und die Tagesschau berichten von Unverständnis. Laut Quentin Gärtner, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, würden sich junge Menschen im Stich gelassen fühlen. "Für alle Generationen scheint Geld da zu sein. Für uns nicht", sagt Gärtner. "Da darf sich die Politik nicht wundern, wenn wir zu Kulturbanausen werden."

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte sich noch im August für den Erhalt des Kulturpasses ausgesprochen. "Den Kulturpass abzuschaffen wäre ein großer Fehler und ein trauriges Signal für Kultur und Bildung in Deutschland. Überzeugende verfassungsrechtliche Gründe für die Abschaffung sind nicht erkennbar. Der Kulturpass hat sich als erfolgreiches Angebot erwiesen, junge Menschen niedrigschwellig an Kultur heranzuführen. Es ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, wenn angesichts einer immer schlechteren Bildungssituation wirksame Bildungs- und Kulturmaßnahmen abgesetzt werden", so Vorsteherin Karin Schmidt-Friderichs.

Der Kulturpass wurde 2023 auf Initiative der damaligen Kulturstaatsministerin Claudia Roth eingeführt, um jungen Menschen einen Zugang zu Kulturangeboten zu ermöglichen. Er stellt 18-Jährigen ein Budget für Kulturangebote aller Art zur Verfügung – von Büchern über Museen bis hin zu Konzerten und Festivals. Im ersten Jahr standen 200 Euro zur Verfügung, im zweiten Jahr nur noch 100 Euro. In seinem Bericht hält der Bundesrechnungshof fest, dass bis Ende 2024 rund 500.000 Personen der Jahrgänge 2005 und 2006 ihr Kulturbudget freigeschaltet haben. Damit reservierten sie bis Ende Juni 2025 mehr als 2,9 Millionen Kulturangebote im Gesamtwert von rund 56 Millionen Euro. Die stärkste Nachfrage verzeichneten Bücher sowie Konzert- und Kinobesuche.

 

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