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Nach knapp dreizehn Jahren wird Erich Sidler seine Intendanz am Deutschen Theater Göttingen 2027 beenden – Foto: Lenja Kempf/Deutsches Theater Göttingen

Vertragsauflösung

Intendant verlässt Deutsches Theater Göttingen vorzeitig

Erich Sidler wird das Deutsche Theater Göttingen zum Ende der Spielzeit 2026/27 verlassen. Dies gab der Intendant in einer öffentlichen Erklärung bekannt. Er hat sich auf eigenen Wunsch dazu entschlossen, den noch bis 2029 laufenden Vertrag vorzeitig zu beenden. Seinen Entschluss hat er bereits der Oberbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzenden Petra Broistedt mitgeteilt. Sidler hatte die Leitung des Theaters im August 2014 übernommen.

Als Grund für seinen Abschied führt Sidler zum einen an, dass seiner Überzeugung nach für eine Intendanz richtig und genug sind. "Meine Tätigkeit als Intendant war stets geprägt von der Haltung, dass wir alle Gäste sind an diesem Haus. Die Befristung meines Vertrages war für mich immer Grundlage künstlerischer Arbeit. Die drei Corona-Jahre, mit ihren besonderen Bedingungen habe ich zur langfristigen Stabilisierung des Hauses an meine zehnjährige Vertragslaufzeit angesetzt", erklärt er. Er hält es angesichts der Aufgaben in den kommenden Jahren für sinnvoll, die Leitung des Hauses in neue Hände zu geben: "Für eine neue Leitung ist dieser Termin in vielerlei Hinsicht eine gute Voraussetzung, die Planung der nächsten Jahre, die von Baumaßnahmen und Interimsspielstätten geprägt sein werden, mitzugestalten und damit auch mitzuverantworten."

Zum anderen spielten aber auch finanzielle Herausforderungen eine Rolle bei seiner Entscheidung. Aktuell unterliegt das Theater einem Sparprogramm. So sollen in den kommenden zwei Jahren insgesamt 1,2 Millionen Euro eingespart werden. Zwar haben der Stadtrat und Landkreistag laut Sidler eine langfristige Sicherung ab Sommer 2027 in Aussicht gestellt, sollte dies jedoch nicht funktionieren, führe kein Weg am Personalabbau vorbei. "Meine Haltung in dieser Sache habe ich jedoch dem Aufsichtsrat stets klar kommuniziert: Ich stand und stehe für betriebsbedingte Kündigungen nicht zur Verfügung. Da ich als Geschäftsführer jedoch in der Pflicht bin, eine Insolvenz des Deutschen Theaters in jedem Falle abzuwenden, trete ich zurück, um diesen Maßnahmen, wenn es denn nicht anders geht, um das Unternehmen zu retten, nicht im Wege zu stehen", macht Sidler deutlich.
 

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