
Die DTV-Präsidenten Reinhard Meyer (li) und Norbert Kunz (re.) mit den Gewinnerinnen vom Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen – Foto: DTV/Jan Sobotka
DTV
Deutscher Tourismuspreis geht in die Kulturhauptstadtregion Chemnitz
Die Initiative "Maker Advent" des Landesverbandes der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen hat den Deutschen Tourismuspreis 2025 gewonnen, der jährlich vom Deutschen Tourismusverband (DTV) verliehen wird. Im Rahmen des „Maker Advent“ fanden rund 140 Aktionen wie Töpfern, Backstunden oder Workshops an Drechselbänken an 85 Orten in den 40 Kommunen der Kulturhauptstadtregion Chemnitz statt. "Hier stehen Handwerk und kreatives Mitmachen im Vordergrund, nicht bloßer Weihnachtskonsum", betont DTV-Geschäftsführer und Jurymitglied Norbert Kunz. "Eine begeisternde Initiative mit großer Strahlkraft, die Tourismus, Kreativwirtschaft und Regionalentwicklung zusammenbringt." Die Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 GmbH hat das Projekt gefördert und herausgegeben.
Den zweiten Platz belegten die Schwendaktionen von Achental Tourismus. Bei gemeinsamen Arbeitseinsätzen pflegten Gäste, Einheimische und Almbauern die regionale Kulturlandschaft, um sie langfristig zu erhalten. "Hier zeigt sich, wie Gäste, Einheimische und die Region von nachhaltigem Tourismus profitieren können", so Kunz. Auf dem dritten Rang landete der Qualitätslose des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Der digitale Assistent unterstützt Betriebe auf dem Weg zu mehr Qualität und Nachhaltigkeit. Er orientiert sich dabei an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und zeigt den Unternehmen ihr eigenes Entwicklungspotenzial auf. Kunz erklärt: "Besonders beeindruckend ist die gelungene Verbindung von Theorie und Praxis. Das Online-Tool zeigt, wie auch kleine Betriebe ihre Qualität und Nachhaltigkeit verbessern können."
Den ADAC-Publikumspreis gewann die KI-generierte Markenbotschafterin von Schwarzwald Tourismus. Die Schwarzwald Marie begleitet Interessierte und Gäste entlang der Customer Journey. Bei der Online-Abstimmung erhielt der Chatbot knapp 40 Prozent der rund 5.000 abgegebenen Stimmen. Insgesamt wurden beim diesjährigen Deutschen Tourismuspreis 55 Bewerbungen eingereicht. Eine Fachjury bewertete diese anhand des Innovationsgrads sowie den Dimensionen "Soziale Nachhaltigkeit & Qualität", "Ökonomische Nachhaltigkeit & wirtschaftliche Effekte" und "Ökologische Nachhaltigkeit".
Gastfreundschaft zentraler Erfolgsfaktor
Der Deutsche Tourismuspreis wurde erneut im Rahmen des Deutschen Tourismustags vergeben, der in diesem Jahr mit mehr als 400 Teilnehmenden in Saarbrücken stattfand. Im Mittelpunkt stand die Bedeutung der Gastfreundschaft. Die Veranstaltung lief unter dem Motto "Komm, wie du bist: Begegnung. Vielfalt. Gastfreundschaft.". "Deutschland ist tourismusfreundlich. Die Akzeptanz ist hoch", erklärt DTV-Präsident Reinhard Meyer und betont: "Tourismus lebt von der Akzeptanz und Gastfreundschaft der Einheimischen. Ihre Perspektive muss in der Tourismusentwicklung stets berücksichtigt werden." Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Tourismusforschung bewerten 50 Prozent der Deutschen die Auswirkungen des Tourismus als positiv, weitere 40 Prozent stehen ihnen neutral gegenüber.
Zudem hob die Tagung die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus hervor. So sind rund 2,7 Millionen Menschen im Tourismussegment beschäftigt. Die Studie "Wirtschaftsfaktor Tourismus 2024" von DIW Econ kommt zu dem Ergebnis, dass der Tourismus mit einem Umsatz von 144 Milliarden Euro einen Anteil von 3,7 Prozent an der Bruttowertschöpfung beiträgt. Die Untersuchung wurde im Auftrag des DTV, der Deutschen Industrie- und Handelskammer sowie des Bundesverbandes der Tourismuswirtschaft durchgeführt. "Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung des Tourismus und zeigen, dass die Branche nahezu das Vor-Corona-Niveau von 2019 erreicht hat", sagt Meyer. Auch 2025 zeichnen sich positive Entwicklungen ab. Das Statistische Bundesamt dokumentierte bis Oktober mehr Übernachtungen als im Vorjahreszeitraum.
Dennoch sieht sich die Branche auch mit Herausforderungen konfrontiert. Insbesondere die angespannte kommunale Haushaltslage belastet den Tourismus. Vielen Städten und Gemeinden fehlt das Geld, um in touristische Infrastruktur zu investieren. Meyer macht deutlich: "Der Investitionsstau wird sich spürbar auf das Urlaubserlebnis der Gäste und die Lebensqualität der Einheimischen auswirken."
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Sophie-Marie Jahn 21.11.2025










