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Bei der Deutschen Bahn stehen im Jahr 2026 einige Konzernveränderungen an – Foto: DB AG/Wolfgang Klee

Umbruch

Deutsche Bahn verschlankt Konzernstrukturen

Knapp zwei Monate nach ihrem Amtsantritt initiiert DB-Chefin Evelyn Palla einen Neustart bei der Deutschen Bahn (DB). Zum Jahreswechsel sollen die Konzernstrukturen sowie die Arbeits- und Entscheidungswege verschlankt werden. So sind weniger Ressorts und Einheiten geplant, zudem soll die Anzahl der Führungskräfte um 50 Prozent reduziert werden. Darüber hinaus sollen dezentrale Entscheidungen und unternehmerisches Handeln auf allen Ebenen gefördert werden.

Ziel der Neuaufstellung ist es, die Deutsche Bahn leistungsfähiger und kundenfreundlicher zu gestalten. "Eine bessere Bahn braucht einen konsequenten Neustart und ein radikales Umdenken auf allen Ebenen. Ich freue mich sehr über den Rückenwind durch den Aufsichtsrat", sagt Palla. "Wir geben der DB ein neues Bauprinzip für mehr Nähe zum Geschäft." Der Aufsichtsrat des Konzerns begrüßt das Konzept.

Der Fokus der Reformen liegt zunächst auf der Verkleinerung von Vorstand und Zentrale. Diese sollen zudem schneller und kundenfreundlicher arbeiten. Künftig wird der Konzernvorstand nur noch aus sechs Ressorts bestehen. Die Ressorts Technik/Digitalisierung und Infrastruktur werden aufgelöst. Auch unterhalb des Konzernvorstands werden Verschlankungsprozesse in Gang gesetzt: So entfällt eine Ebene zwischen Vorstand und erster Führungsebene. Die erste Führungsebene wird außerdem von 43 auf 22 Organisationseinheiten gekürzt. Auch in der Konzernleitung wird der Personalabbau fortgesetzt. Konkrete Zielgrößen sollen im Laufe des Jahres 2026 erarbeitet werden.

Sofortprogramme für besseres Kundenerlebnis

Des Weiteren wird die gemeinwohlorientierte DB InfraGO in Zukunft klar von den wettbewerblichen Geschäften getrennt. Bei dem Tochterunternehmen werden die Vorstände von acht auf sechs reduziert. Unter anderem werden die Bereiche Fahren und Bauen künftig wieder in einem Ressort vereint. Bei den Gesellschaften DB Fernverkehr und DB Regio werden die eigenständigen Marketingressorts in den Vorständen gestrichen und auf andere Ressorts verteilt. Die Marketing-Vorständin von DB Fernverkehr, Stefanie Berk, hat bereits verkündet, den Konzern zum Jahresende 2025 zu verlassen. Ihre Aufgaben übernimmt der Vorstandsvorsitzende Michael Peterson. Zusätzlich ist vorgesehen, interne Dienstleister wie Vertrieb und Fahrzeuginstandhaltung künftig konsequenter an den Bedürfnissen der Geschäftsfelder auszurichten.

Neben schlankeren Strukturen sind ein neues Steuerungssystem für Qualität und Wirtschaftlichkeit sowie drei Sofortprogramme zur Qualitätssteigerung geplant. Diese sollen bei der DB Fernverkehr AG und der DB InfraGO AG für einen gesteigerten Komfort in den Zügen, eine bessere Kundenkommunikation sowie mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen sorgen. Der Konzern investiert dafür rund 140 Millionen Euro.

Das Neustart-Konzept ist der erste Schritt zur Umsetzung der von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder initiierten Agenda für zufriedene Kunden im Schienenverkehr. Bis Ende 2026 sollen weitere Umbauphasen folgen.

 

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