
Die Besucherfrequenz deutscher Innenstädte bleibt 2025 nahezu unverändert – Foto: Franz Pfluegl-AdobeStock
Bilanz
Stabile Besucherfrequenz in deutschen Innenstädten
Deutsche Innenstädte bleiben Anziehungspunkte. Das zeigt die aktuelle Untersuchung der Kölner Firma Hystreet zur Passantenfrequenz 2025. Insgesamt sind die Besucherzahlen weitgehend stabil geblieben und liegen nur 0,6 Prozent unter dem Niveau von 2024. Im Vergleich zu 2023 ist hingegen ein Zuwachs von einem Prozent zu verzeichnen. Hystreet-Geschäftsführer Julian Aengenvoort zieht Bilanz: "Trotz spürbarer Konsumzurückhaltung, hoher Preissensibilität und einer vielerorts skeptischen Stimmung im Einzelhandel zeigt die Jahresauswertung, dass die Besucherzahlen in den Citylagen nur geringfügig vom Vorjahr abweichen – und damit weiterhin eine belastbare Grundlage für erfolgreiche Handels- und Gastronomiekonzepte bilden."
Auch das Frequenzmuster im Wochenverlauf bleibt konstant: Am Wochenende sind die Innenstädte deutlich belebter, während es zu Wochenbeginn ruhigere Phasen gibt. "Frequenz ist nicht alles, aber sie ist die Grundvoraussetzung – und genau diese Basis war 2025 verlässlich vorhanden. Wer seine Konzepte konsequent auf Zielgruppen, Sortiment, Service und Erlebnis ausrichtet, findet weiterhin sehr gute Voraussetzungen für Umsatz", so Aengenvoort.
Einflussfaktoren wie Wetter, Feiertage oder lokale Veranstaltungen führen dabei immer wieder zu Ausschlägen in der Frequenz. Besonders hohe Werte wurden zum Beginn der warmen Temperaturen im April sowie in der Weihnachtszeit im November und Dezember gemessen (+ 5 %). Schwächer fiel hingegen der Juni aus, der deutlich unter dem Niveau von 2024 lag. Laut Aengenvoort ist dies jedoch nicht auf strukturelle Ursachen zurückzuführen, sondern auf die Fußball-Europameisterschaft der Männer, die 2024 in Deutschland stattfand. Public Viewings, Fanzonen und weitere Angebote hätten damals für zusätzliche Innenstadtbesuche gesorgt.
Beim Blick auf die Städtegruppen zeigen sich jedoch Unterschiede: Während absolute Toplagen in Metropolen wie München, Frankfurt oder Köln Rückgänge von ein bis drei Prozent verzeichneten, blieben viele Standorte jenseits der Top sieben stabil oder legten sogar zu. Das kann laut Hystreet ein Signal für Händler:innen und Marken sein, ihre Standortstrategien nicht ausschließlich auf Toplagen zu konzentrieren.
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Sophie-Marie Jahn 23.01.2026










