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Am 22. März 2026 wird in Rheinland-Pfalz ein neues Landesparlament gewählt – Foto: Landtag Rheinland-Pfalz

Politik

Landtag Rheinland-Pfalz startet erstmals eigene Wahlkampagne

Rund zwei Monate vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz hat der Landtag eine Kampagne gestartet, die die rund 2,95 Millionen Wahlberechtigten dazu motivieren soll, ihre Stimme abzugeben. Unter dem Slogan "Nie wieder nicht wählen" rückt der Landtag nicht einzelne politische Positionen, sondern die Bedeutung der Demokratie in den Mittelpunkt. "Die überparteiliche Kampagne wirbt nicht für Parteien oder für politische Positionen, sondern für die Demokratie im Allgemeinen und für das Wahlrecht im Speziellen. Und eine Wahl zu haben und wählen zu dürfen ist in einer Demokratie das Grundrecht schlechthin", sagt Landtagspräsident Hendrik Hering. „Wir wollen deshalb motivieren und sensibilisieren, dieses Recht bei der Landtagswahl auch wahrzunehmen. Wir werben mit der Kampagne für demokratische Teilhabe, Wahlfreiheit und Verantwortung."

Neben dem Appell, die Demokratie zu stärken und wählen zu gehen, richtet sich die Kampagne inhaltlich auch besonders gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. "Wir erleben heute, dass antisemitische und menschenfeindliche Aussagen zunehmend unverhohlen geäußert werden. Demokratien stehen weltweit unter Druck. Deshalb wollen wir mit unserer Kampagne dazu aufrufen, Haltung zu zeigen und über emotionale Zugänge zum Nachdenken und zum Austausch anregen", betont Hering. Der Slogan "Nie wieder nicht wählen" soll die historische Verantwortung und Erinnerungskultur mit demokratischem Handeln verknüpfen.

Mit der Wahlkampagne sollen gezielt junge Menschen, Erstwähler:innen, politikferne Gruppen sowie Menschen mit Migrationsgeschichte erreicht werden. Im Mittelpunkt der Offensive stehen daher interaktive Formate – sowohl online als auch offline. Auf der Landingpage zur Landtagswahl wird unter anderem das Trainingsprogramm "Wahl oder … los?" angeboten, mit dem Interessierte spielerisch testen können, wie "wahl-fit" sie sind. Ergänzend dazu tourt von Februar bis März 2026 eine Roadshow durch verschiedene Städte, darunter Mainz, Trier und Koblenz. Auch sie greift das Fitness-Thema auf und bringt die Challenge "Wahl oder … los?" als mobiles Wahl-Gym direkt zu den Menschen.

Ziel der Kampagne sei es, Demokratie alltagsnah, verständlich und für das eigene Leben relevant zu machen, so Loimi Brautmann, Gründer der betreuenden Agentur Urban Media Project. Darüber hinaus wird die Offensive über soziale Netzwerke und Printmedien ausgespielt sowie durch Umfragen weiterverbreitet.

Das Besondere an der Offensive ist, dass sie die erste Wahlkampagne eines Landtags vor einer Landtagswahl ist. Grund dafür ist laut Hering das abnehmende Vertrauen in Parteien und die Demokratie. Außerdem würde die politische Meinungsbildung zunehmend in digitalen und emotional aufgeladenen Kommunikationsräumen stattfinden, die mit klassischen Informationsangeboten oft nicht mehr erreicht werden würden. Der Landtag trage daher eine besondere Verantwortung für den Schutz, die Stärkung und die Förderung der Demokratie.

 

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