
(v.l.) Clemens Leander, Bastian Lomsché und Clara Weyde wechseln von Magdeburg nach Leipzig – Foto: Kerstin Schomburg
Intendanz
Dreier-Gespann soll das Schauspiel Leipzig führen
Das Schauspiel Leipzig wird künftig wohl von einer Dreier-Intendanz geleitet. Ab August 2027 sollen Clara Weyde, Bastian Lomsché und Clemens Leander die Intendanz und Betriebsleitung des Theaters übernehmen. Zu dieser Entscheidung kam eine Auswahlkommission unter dem Vorsitz von Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke und Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning. Die endgültige Entscheidung durch den Stadtrat steht noch aus.
Insgesamt gingen 50 Bewerbungen bei der Stadt ein. Weyde, Lomsché und Leander konnten sich schließlich gegen acht Mitbewerber durchsetzen. Sie leiten in dieser Konstellation aktuell die Schauspielsparte am Theater Magdeburg. In Leipzig treten sie die Nachfolge von Enrico Lübbe an. Neben der Intendanz übernehmen sie weitere Aufgaben wie Regie, Chefdramaturgie, Studioleitung und Kostümbild. Durch diese Synergien sollen die Kosten der Betriebsleitung intern ausgeglichen werden, sodass kein zusätzlicher städtischer Zuschuss notwendig ist.
Kulturbürgermeisterin Jennicke sagt: "Das Dreierteam hat mit seinen programmatischen Ideen und künstlerischen Perspektiven die Auswahlkommission überzeugt; künstlerisch innovativ aber mit einer klaren Vision von zeitgemäßer Führung eines großen Bühnenhauses und pragmatischem Blick auf die begrenzten Ressourcen. Der Erfolg in Magdeburg verspricht, dass es eine große Chance für Leipzig ist: Mit dem Dreier-Team kann hier etwas wirklich Neues, Lebendiges entstehen. Ich freue mich auch persönlich sehr darauf."
Änderung der Satzung notwendig
Damit Weyde, Lomsché und Leander das Schauspiel Leipzig gemeinsam leiten können, muss zunächst allerdings die Satzung des Hauses geändert werden. Denn aktuell sieht diese nur eine Person für die Intendanz vor. Der Rat der Institution wird voraussichtlich im März 2026 darüber entscheiden. Anschließend kann der Stadtrat im April über die Berufung befinden.
Weyde arbeitete als Regisseurin unter anderem an der Schaubühne Berlin, am Staatstheater Hannover, am Staatsschauspiel Dresden und am Schauspielhaus Graz (Österreich). Lomsché ist Dramaturg, Autor und Bankkaufmann. Der Literaturwissenschaftler war zuvor am Deutschen Schauspielhaus Hamburg tätig. Leander leitete als Kostümbildner unter anderem die Kostümabteilung der Salzburger Festspiele.
In der Dreier-Konstellation arbeiten Weyde, Lomsché und Leander seit 2022 am Theater Magdeburg zusammen. Ihr Vertrag läuft fristgemäß zum Ende der Spielzeit 2026/27 aus. Ein Findungsverfahren für eine neue Leitung ab der Spielzeit 2027/28 wird nun unter der Leitung von Generalintendant Julien Chavaz, der Personalvertretung sowie nationalen und internationalen Expert:innen initiiert.
Generalintendant Chavaz würdigt die Arbeit von Weyde, Lomsché und Leander: "Die Exzellenz einer Spartendirektion bemisst sich vor allem an dem Interesse, das sie zu erzeugen vermag. Dieses ist Clara Weyde, Bastian Lomsché und Clemens Leander in außergewöhnlicher und nachhaltiger Weise gegeben. In fast fünf Jahren intensiver und täglicher Zusammenarbeit konnte ich das Potenzial ihres Talents unmittelbar erleben. Ihre theatrale Handschrift ist zugleich revolutionär und vollkommen stimmig mit einer klaren, einfachen und selbstverständlichen Theaterauffassung: Emotionen erzeugen, zum Lachen und zum Weinen zu bringen, die großen Fragen unserer Welt zu verhandeln – getragen von dem Wunsch, all dies mit dem Publikum großzügig zu teilen."
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Sophie-Marie Jahn 02.02.2026









