
NGO
SOS-Kinderdörfer weltweit beruft Vorstand ab
Die SOS-Kinderdörfer weltweit mit Sitz in München hat ihren Vorstand – bestehend aus der Vorsitzenden Lanna Idriss sowie Peter Fechner und Barbara Gruner, mit sofortiger Wirkung entlassen. Als Grund nannte die Organisation Pflichtverstöße, die nach Auffassung des Aufsichtsrats mit den Anforderungen an die Führung eines gemeinnützigen Vereins sowie der laufenden Aufklärungsarbeit nicht vereinbar sind. Die Umsetzung laufender Projekte und die operative Arbeit bleiben von dem Vorstandswechsel unberührt.
"Der Vorstand ist dem Vereinszweck, der vollständigen Information der Gremien sowie einer transparenten und konsequenten Aufklärungsarbeit verpflichtet", erklärt Dr. Christoph-Marc Pressler, Vorsitzender des Aufsichtsrats des SOS-Kinderdörfer weltweit. "Nach sorgfältiger Prüfung aller bekannten Umstände sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem bisherigen Vorstand nicht mehr möglich ist. Der Aufsichtsrat hat daher die Abberufung beschlossen."
Der Aufsichtsrat hat bereits mit der Suche nach einem neuen Vorstand begonnen. In der Zwischenzeit übernimmt Susanne Prinzessin von Hessen die Vorstandsarbeit interimistisch. Sie ist seit vielen Jahren Mitglied bei SOS-Kinderdörfer weltweit und durch ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit mit den Strukturen und Herausforderungen der NGO vertraut. "Wir danken Susanne von Hessen für ihre Bereitschaft, bis zur Nachfolgelösung das Vorstandsmandat zu übernehmen und werden Sie tatkräftig bei ihrer Aufgabe unterstützen. Gemeinsam werden wir die begonnenen Aufklärungsprozesse konsequent fortführen und stehen zu unserer Verantwortung, Kindern Schutz, Unterstützung und verlässliche Perspektiven zu bieten", so Pressler. "Damit verbunden ist auch weiterhin die klare Erwartungshaltung an die Föderation nach einer kompromisslosen Aufklärungsarbeit, die wir als Mitglied aktiv unterstützen."
Im Herbst 2025 wurden Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und der physischen Gewalt gegen den Gründer Hermann Gmeiner öffentlich. Die Organisation soll bereits seit 2013 von den Anschuldigungen gewusst haben, sie wurden jedoch erst im Zuge der laufenden Aufarbeitung von Übergriffen innerhalb der Organisation öffentlich gemacht. Seitdem steht SOS-Kinderdörfer unter anhaltendem Druck. So hatte sich die österreichische Organisation im Dezember 2025 von ihrem langjährigen Geschäftsführer Christian Moser getrennt, nachdem auch seine Rolle bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in die Kritik geraten war. Moser war viele Jahre in unterschiedlichen Funktionen für SOS-Kinderdorf tätig.
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Sophie-Marie Jahn 18.02.2026










