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Ab sofort ist der Verfassungsschutz NRW auf mehreren digitalen Plattformen vertreten, darunter auch YouTube und Instagram – Screenshots: YouTube- & Instagram-Kanal @aufdemradar.nrw (25.03.2026)

Auf dem Radar

Verfassungsschutz NRW startet Social-Media-Offensive

Der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, hat eine breit angelegte Initiative in den sozialen Medien ins Leben gerufen, um die Bevölkerung über Extremismus, Desinformation, Spionage und Sabotage aufzuklären und zu sensibilisieren. Zu diesem Zweck ist der Verfassungsschutz in verschiedenen sozialen Netzwerken aktiv, darunter Instagram, YouTube, Facebook, Threads, WhatsApp, Spotify und Apple Podcasts. Das Ziel besteht darin, Menschen aller Altersgruppen dort zu erreichen, wo sie sich täglich informieren und austauschen, sei es auf dem Smartphone, in Feeds oder auf Streaming- und Messenger-Plattformen.

Ende März 2026 haben Innenminister Herbert Reul und Verfassungsschutz-Chef Jürgen Kayser die Offensive mit dem Titel "Auf dem Radar" der Öffentlichkeit vorgestellt. Alle Kanäle laufen dabei unter dem Namen "aufdemradar.nrw". Im Fokus stehen Videos und Podcasts. Erste Inhalte sind bereits online verfügbar. Bei der Content-Produktion wird der Verfassungsschutz zunächst für ein Jahr von einer externen Agentur unterstützt, mit der Option der Verlängerung.

Innenminister Reul erklärt: "Extremismus ist jünger, digitaler und professioneller geworden. Er erzielt enorme Reichweiten im Netz. Dann muss der Verfassungsschutz eben auch dort sein. Wer unsere Demokratie angreift, bleibt nicht im Dunkeln, sondern landet auf dem Radar unserer Sicherheitsbehörden. Unsere Demokratie ist wehrhaft, offline wie online."

Kein TikTok oder Twitch

Eine zentrale Plattform fehlt jedoch im Portfolio: TikTok. Der Verfassungsschutz hat sich bewusst dazu entschieden, die Kurzvideo-Plattform nicht zu bedienen. Dabei gilt gerade TikTok – zusammen mit Twitch – als zentrale Plattform, um insbesondere die Zielgruppe der Unter-18-Jährigen zu erreichen. Wie der Westdeutsche Rundfunk berichtet, begründet Kayser diese Entscheidung damit, dass nicht nur Jugendliche, sondern möglichst breitere Altersgruppen erreicht werden sollen. Zudem spricht er von Risiken im TikTok-Algorithmus sowie bei der Glaubwürdigkeit und der operativen Sicherheit, da TikTok zu einem chinesischen Unternehmen gehört. Eine spätere Nutzung schließt Kayser allerdings nicht aus.

Die Initiative ist Teil einer neuen Strategie in der Öffentlichkeitsarbeit. So sollen Erkenntnisse künftig systematischer für ein breites Publikum aufbereitet und über digitale Kanäle vermittelt werden. Das Vorhaben wird mit Mitteln aus dem Sicherheitspaket der Landesregierung NRW finanziert. Dieses wurde nach dem Anschlag in Solingen im August 2024 zur verstärkten Bekämpfung des Islamismus eingerichtet. Laut RTL belaufen sich die Kosten für die 100 geplanten Video- und Podcast-Inhalte auf eine Million Euro, wovon 150.000 Euro aus dem Sicherheitspaket stammen sollen.

 

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