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Als Alternative zu X setzen die Parteien unter anderem auf die Plattform BlueSky – Logo: X

Politische Kommunikation

Grüne, Linke & SPD ziehen sich von X zurück, doch einige Politiker:innen bleiben

In einer gemeinsamen Aktion haben Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und die SPD am 4. Mai 2026 angekündigt, ihre Accounts auf der Plattform X stillzulegen. Als Begründung nennen die Parteien die zunehmende Verbreitung von Desinformation sowie das wachsende Chaos auf der Plattform. In einem gemeinsamen Post, der auf den offiziellen Kanälen der Bundesparteien veröffentlicht wurde, heißt es: "X ist in den letzten Jahren im Chaos versunken. Politische Debatten leben vom Austausch, der Menschen erreicht & informiert. X hingegen fördert zunehmend Desinformation. Deswegen bespielen wir diesen Account nicht mehr." Zusätzlich wurde der Post wurde mit dem Hashtag #WirVerlassenX versehen.
 


Der Abschiedspost der Linken-Partei auf X – Screenshot: X-Account @dieLinke (06.05.2026)


Neben den Parteiaccounts sind auch private Accounts von Politiker:innen der jeweiligen Parteien betroffen. die Entscheidung, X zu verlassen oder dort zu bleiben, bleibt jedoch jedem Mitglied selbst überlassen. Der Aktion angeschlossen haben sich unter anderem die Grünen-Parteivorsitzenden Franziska Brantner und Felix Banaszak sowie die Fraktionsvorsitzenden Katharina Dröge und Britta Haßelmann. Der Account der SPD-Parteivorsitzenden Bärbel Bas ist bei der SPD nicht mehr aufrufbar – ob dies infolge der Aktion geschah oder ob dies schon länger der Fall ist, ist unklar. Parteivorsitzender und Vizekanzler Lars Klingbeil ist allerdings weiterhin auf X aktiv. Der Fraktionsvorsitzende Dr. Matthias Miersch ist auf X nicht präsent.

Auch Jan van Aken, Co-Parteivorsitzender der Linken, gab seinen Abschied von X bekannt. Seine Co-Parteivorsitzende Ines Schwerdtner hat sich auf ihrem privaten Account bislang nicht dazu geäußert – ebenso wenig wie Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek, die ihre Aktivität auf der Plattform allerdings bereits nach der Bundestagswahl 2025 zurückgefahren hatte. Für einen klaren Verbleib auf X hat sich hingegen Fraktionsvorsitzender Sören Pellmann ausgesprochen: "Wenn jetzt alle links-progressiv Denkenden gehen, überlassen wir diese Plattform kampflos den Lautesten, den Hassenden und den Rechtsaußen. Genau das darf nicht passieren", schreibt er auf seinem X-Account.

Nächste Rückzugswelle von X

Der Umgang mit X steht seit der Übernahme durch Elon Musk vor rund dreieinhalb Jahren immer wieder zur Debatte. Bereits Anfang 2025 hatten zahlreiche Hochschulen und Forschungsinstitute in einer gemeinsamen Aktion die Plattform verlassen, um ein Zeichen gegen Desinformation und rechtspopulistische Inhalte zu setzen. Zu den Beteiligten gehörten die Universität Potsdam, die Freie Universität Berlin und die Technische Hochschule Köln.

Unter Musks Führung ist X 2023 aus dem EU-Pakt gegen Desinformation ausgetreten. Zudem entließ Musk zahlreiche Mitarbeitende, die für die Content-Moderation und den Umgang mit problematischen Inhalten zuständig waren. Ebenfalls in der Kritik steht Musks Nähe zu rechtspopulistischen Strömungen wie der MAGA-Bewegung um US-Präsident Donald Trump sowie der AfD in Deutschland.
 

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