ANZEIGE

Im europäischen Vergleich verliert Deutschland bei der Digitalisierung an Boden – Foto: nyul – Fotolia

Analyse

Deutschland fällt im EU-weiten Digitalranking zurück

Der Digitalverband Bitkom hat erneut den Digitalisierungsfortschritt der 27 EU-Mitgliedsstaaten untersucht und die Ergebnisse im Bitkom-DESI-Index zusammengetragen. Spitzenreiter ist das Land Dänemark – gefolgt von Finnland und den Niederlanden. Die Top 5 wird von Malta und Luxemburg vervollständigt.

Deutschland landet insgesamt im Mittelfeld auf Rang 17 und liegt damit unter dem EU-Durchschnitt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Bundesrepublik im EU-weiten Vergleich um drei Plätze nach hinten gefallen. Die Bitkom-Analyse zeigt zwar, dass Deutschland bei der Digitalisierung vorankommt, aber mit dem Tempo kleinerer EU-Länder jedoch nicht mithalten kann. Im Ranking der fünf bevölkerungsreichsten EU-Länder erreicht Deutschland Platz zwei hinter Spanien und vor Frankreich, Polen und Italien.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst erklärt: "Ein großer, föderaler Flächenstaat wie Deutschland lässt sich nur bedingt mit Luxemburg, Estland oder auch Dänemark vergleichen. Unter den bevölkerungsstarken Flächenstaaten positioniert sich Deutschland gut. Das ebenfalls föderal organisierte Spanien ist hier Vorreiter und zeigt, dass auch für Deutschland mehr geht."

Aufholbedarf bei Nutzung und Verwaltung

Das Digitalranking umfasst fünf Bereiche mit insgesamt 44 Indikatoren. Im Vergleich zu 2025 konnte sich Deutschland lediglich in der Kategorie der digitalen Kompetenzen verbessern. Gegenüber dem Vorjahr verbesserte sich die Bundesrepublik um vier Plätze auf Rang elf. Unter den größten EU-Ländern erreicht sie Rang zwei. Bitkom hebt dabei insbesondere den Anteil der IT-Fachkräfte und Absolvent:innen in IT-Disziplinen hervor.

In den Kategorien "Qualität der digitalen Infrastruktur" und "Digitale Transformation von Unternehmen" belegt Deutschland ebenfalls Platz elf, fällt aber um ein paar Ränge zurück. Im vergangenen Jahr erreichte die Bundesrepublik bei der Qualität der digitalen Infrastruktur Rang neun und bei der digitalen Transformation von Unternehmen Rang acht. Dennoch liegt Deutschland in beiden Kategorien weiterhin über dem EU-Durchschnitt und kann mit einer nahezu flächendeckenden 5G-Abdeckung sowie einer gestiegenen Anzahl an Unicorns im Start-up-Bereich punkten.

Doch obwohl die digitale Infrastruktur vorhanden ist, wird sie von vielen nicht genutzt. Bei der Nutzung der digitalen Infrastruktur liegt Deutschland im hinteren Teil des Rankings auf Rang 21 (2025: Platz 19). Auch unter den fünf größten EU-Ländern bildet Deutschland das Schlusslicht. Bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung schneidet Deutschland im EU-weiten Vergleich ebenfalls unterdurchschnittlich ab. Die Bundesrepublik erreicht lediglich Platz 22 (2025: Rang 21).

Angesichts dieser Ergebnisse fordert Bitkom-Präsident Wintergerst mehr Tempo bei Digitalprojekten und Smart Regulation: "Wir müssen unsere Digitalprojekte beschleunigen, von Gründungen in 24 Stunden über schnellere Genehmigungen für Rechenzentren, Mobilfunkmasten und Fabriken bis zum breiten Einsatz von KI in den Unternehmen. Und wir brauchen Smart Regulation: weniger Bürokratie, einfachere Berichtspflichten, digitale Identitäten und das Once-Only-Prinzip, damit Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen ihre Daten nur einmal angeben müssen."
 

Kostenlos versorgt Sie der Public-Marketing-Newsletter mit allen Neuigkeiten. Jetzt abonnieren - nie wieder etwas verpassen!

E-Mail:

Sicherheitscode hier eintragen:

 

Aktuelle Ausgabe

5-6/2026

Marketplace

Präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre Dienstleistungen. Zum Marketplace









Newsletter

Save the Date

Weitere Publikationen

Place Brands
Persönlichkeiten im Stadtmarketing

Social Media

Abonnement hier widerrufen

Weitere Webseiten