
Damit sich die Menschen auch in den heißen Sommermonaten in den Innenstädten aufhalten, braucht es schattige und kühle Plätze - Foto: Petair/AdobeStock
Hitze in Stadtzentren
Handelsverband macht sich für kühle Innenstädte stark
Der Sommer in Deutschland 2026 ist geprägt von zahlreichen Hitzewellen mit stellenweise bis zu 40 Grad. Viele Passantinnen und Passanten meiden in dieser Zeit die Sonne – und damit zunehmend auch die Innenstädte. Denn versiegelte Flächen und fehlende Schattenplätze beispielsweise unter Bäumen oder auf Grünflächen verwandeln die Stadtzentren in Hitze-Zonen. Das hat Auswirkungen auf den Einzelhandel, der im Hochsommer mit Frequenzeinbrüchen zu kämpfen hat.
Der Handelsverband Deutschland (HDE), Berlin, sieht hier Politik und Kommunen in der Pflicht. "Angesichts des Klimawandels werden die Hitzetage in unseren Innenstädten immer weiter zunehmen. Das nimmt den Einzelhandel an seinem Standort Nummer eins zunehmend in den Schwitzkasten", warnt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die Kommunen müssten dringend finanziell in die Lage versetzt werden, flächendeckend für Abkühlung zu sorgen.
Konkret fordert der HDE mehr Bäume, Grünflächen, offene Wasserflächen und Brunnen. Auch nach dem Vorbild südlicher Länder installierte Sonnensegel sowie öffentliche Trinkwasserspender könnten schnelle Abhilfe schaffen.
Der Verband mahnt zur Eile, denn die wirtschaftliche Lage vieler Geschäfte sei ohnehin angespannt. Für viele Menschen seien die Stadtzentren und der örtliche Handel jedoch ein unverzichtbares Stück Heimat und Lebensqualität. "Das sollten wir nicht leichtfertig verloren geben, die Politik muss handeln", so Genth.
Auch Deutscher Städtetag fordert Support
Mit seinen Forderungen steht der HDE keineswegs allein da: Auch der Deutsche Städtetag forderte Bund und Länder kürzlich auf, einen verlässlichen Finanzierungsrahmen für die Klimaanpassung zu schaffen. In einem Positionspapier betont der Verband, dass mehr Stadtgrün, Entsiegelung, Wasserflächen und Verschattung nicht nur vor Hitze schützen, sondern Leitbild der zukünftigen Stadtentwicklung sein müssen.
Nach Einschätzung von Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland stehen die Kommunen bundesweit vor Milliardeninvestitionen. Angesichts der aktuellen kommunalen Finanzkrise sei diese Daueraufgabe jedoch nur mit Hilfe von Bund und Ländern zu meistern. Im Positionspapier heißt es dazu: "Nur handlungsfähige Kommunen können ihre Bürgerinnen und Bürger wirksam vor den Folgen des Klimawandels schützen."









