
WM 2014: Deutsche halten Politiker-Reisen zu Vorgruppenspielen für überflüssig
Das Selfie von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Lukas Podolski in der Spielerkabine war überall in den Medien zu sehen und viele Deutsche fanden es gelungen - weniger begeistert waren sie allerdings davon, dass die Kanzlerin schon zum ersten Vorrundenspiel der deutschen Elf in Brasilien auftauchte. 71 Prozent der Deutschen halten es für völlig überflüssig, dass Merkel beim Vorrundenauftakt in Brasilien dabei war. Auch die Absicht anderer Politiker sehen die Deutschen eher kritisch. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie von Prof. Dr. Markus Voeth (Foto), Inhaber des Lehrstuhls für Marketing I der Universität Hohenheim.
Auch andere Politiker sollten zu Hause bleiben
Gerade einmal 5 Prozent der Deutschen halten den Besuch der Bundeskanzlerin bei den Vorgruppenspielen der WM für sinnvoll. Noch weniger akzeptiert werden WM-Besuche von Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Innenminister Thomas de Maizière: 74 Prozent halten einen Besuch von Vorrundenspielen durch den Außenminister für sinnlos, bei de Maiziére sind es sogar 84 Prozent.
Merkel und Gauck beim Finale erwünscht
Anders sieht es da beim möglichen Final-Spiel der Weltmeisterschaft aus, so Prof. Dr. Markus Voeth, Leiter der Studie und Inhaber des Lehrstuhls für Marketing I der Universität Hohenheim: "74 Prozent der Befragten finden es sinnvoll, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel bei dem Spiel anwesend ist – sofern die deutsche Mannschaft das Finale erreicht. Und auch der Bundespräsident ist nach Auffassung der Mehrzahl der Deutschen (62 Prozent) ein gewünschter politischer Unterstützer der deutschen Nationalelf in einem möglichen Finale."
Auch bei Steinmeier kommt beim Finale ein Besuch aus Sicht der Deutschen in Frage: Laut der WM-Studie stufen 49 Prozent der Befragten die Anwesenheit von Steinmeier als sinnvoll ein, weitere 33 Prozent sind der Meinung, dass so ein Besuch zumindest vertretbar ist. Beim Finale hingegen sind sich die Deutschen in Bezug auf den Innenminister de Maizière nicht einig. 34 Prozent finden einen Finalbesuch sinnvoll, 35 Prozent stufen diesen als vertretbar ein und 31 Prozent halten einen solchen Besuch für überflüssig. "Dass der Bundesinnenminister der für Sport zuständige Fachminister ist, macht es aus Sicht der Mehrheit der Befragten nicht erforderlich, die deutsche Nationalmannschaft bei einem möglichen Finale zu unterstützen. Das sehen die Menschen eher als Aufgabe von Bundeskanzlerin und Bundespräsident", so Prof. Dr. Voeth.
Ausführliche Details unter www.wm-studie.de
Yvonne Wodzak 19.06.2014









