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Einzelhandel profitiert von steigender Konsumlust

Gute Zeiten für den Einzelhandel: Zwei Drittel der Händler in Deutschland sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden – über die Hälfte (54 Prozent) äußern sich sogar rundum positiv. Und auch für die kommenden Monate sind die Einzelhändler guter Dinge: 42 Prozent erwarten, dass sich ihre Geschäftslage weiter verbessern wird; lediglich neun Prozent befürchten eine Verschlechterung.

Hauptgrund für die gute Stimmung ist die ausgeprägte Konsumlust der Verbraucher. Jeder dritte Händler geht davon aus, dass die Konsumbereitschaft noch weiter steigen wird – nur sechs Prozent rechnen mit einem Dämpfer für die Shopping-Lust der Deutschen. Entsprechend sehen die Händler offenbar weniger Grund, den Absatz mit hohen Rabatten anzukurbeln: Im anstehenden Sommerschlussverkauf wollen die Einzelhändler nur noch Preisnachlässe von durchschnittlich 23 Prozent gewähren – im vergangenen Jahr war das Rabattniveau mit 27 Prozent deutlich höher. Damals hatte der nasskalte Sommer zu hohen Lagerbeständen geführt.

Das sind Ergebnisse des aktuellen Handelsbarometers der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Für die Studie wurden im Juli 2014 insgesamt 120 leitende Manager führender deutscher Handelsunternehmen befragt.

44 Prozent wollen sich am Sommerschlussverkauf beteiligen

Der inoffizielle Sommerschlussverkauf steht vor der Tür – und immerhin 44 Prozent der Einzelhändler wollen sich beteiligen. Besonders hoch ist die Quote im traditionellen Fachhandel (62 Prozent), im Versand- (56 Prozent) und im Internethandel (55 Prozent). Supermärkte wollen sich hingegen kaum beteiligen (20 Prozent). Rabattaktionen haben aber inzwischen längst nicht mehr nur zum Sommer- oder Winterschlussverkauf Konjunktur: Drei Viertel der Händler führen im Lauf des Jahres Rabattaktionen durch – jeder vierte bringt es sogar auf mehr als fünf Aktionen pro Jahr.

Im anstehenden Sommerschlussverkauf wollen die Händler im Schnitt Preisnachlässe in Höhe von 23 Prozent gewähren – fast jeder fünfte Befragte erwartet eine durchschnittliche Rabatthöhe von über 30 Prozent. Die Preisnachlässe dürften insgesamt aber spürbar niedriger ausfallen als im Vorjahr, so EY: Damals hatten die Händler noch Rabatte von durchschnittlich 27 Prozent erwartet.

Schnäppchenjäger dürften dabei vor allem bei Schuhen, Bekleidung und Sportartikeln fündig werden – im Schnitt rechnen die Händler dort mit Rabatten zwischen 25 und 27 Prozent, so die Studie. Im Bereich Unterhaltungselektronik sollen hingegen nur Preisnachlässe von durchschnittlich 17 Prozent gewährt werden, bei Haushaltswaren sind es sogar nur 15 Prozent.

Wachstum mit Tablets, Flatscreens & Co.

Die wichtigsten Absatztreiber der kommenden Monate dürften die Unterhaltungselektronik sowie elektronische Haushaltsgeräte sein – in diesem Segment erwarten 57 Prozent der Händler steigende Verkaufszahlen. Und auch für Sportartikel (37 Prozent), Kleidung (35 Prozent) und Wohnaccessoires (32 Prozent) sehen sie gute Chancen.

Das Sorgenkind bleibt der Buchmarkt, dem lediglich 15 Prozent der Händler ein Wachstum prognostizieren – 28 Prozent rechnen mit rückläufigen Absatzzahlen.

Schwierige Zeiten für Kaufhäuser und stationäre Fachgeschäfte

Und längst nicht alle Vertriebsformen profitieren gleichermaßen von der Konsumlust der Verbraucher. Schwierige Zeiten drohen vor allem den Kaufhäusern, so EY: Jeder dritte Einzelhändler bescheinigt dieser Vertriebsform schlechte Perspektiven, nur 29 Prozent rechnen mit einer Verbesserung der Lage. Noch schlechter werden lediglich die stationären Fachgeschäfte beurteilt: 35 Prozent der Befragten erwarten, dass sich die Lage der Fachgeschäfte verschlechtern wird. Ganz anders lauten die Prognosen für den Internethandel: Nur sechs Prozent der Einzelhändler sind pessimistisch, 90 Prozent erwarten eine Fortsetzung des Online-Booms im Einzelhandel.

"Nicht alle Händler werden gleichermaßen von der hohen Konsumbereitschaft der Deutschen profitieren können", so Thomas Harms, Partner bei EY. "Während der schnelle und bequeme Einkauf per Mausklick oder via Smartphone immer beliebter wird, tun sich die Kaufhäuser und der traditionelle Fachhandel weiter schwer. Sie stehen vor der großen Herausforderung, sich mit einer überzeugenden Strategie als Marke zu etablieren – und preislich mit der Konkurrenz aus dem Netz mitzuhalten. Das erfordert neue Strategien – und hohe Investitionen."

 

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