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Junge Menschen in Ost und West verbindet mehr, als sie trennt

Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls fragte das Forsa-Institut im Auftrag der Länderübergreifenden Hochschulmarketingkampagne der ostdeutschen Länder bei rund tausend 16- bis 29-Jährigen nach: Existiert die viel zitierte "Mauer in den Köpfen" noch? Die zentrale Antwort lautet: Junge Menschen in Ost und West verbindet mehr, als sie trennt – 57 Prozent aller Befragten sind dieser Meinung, in der Gruppe der 16- bis 19-Jährigen sind es sogar 65 Prozent

Unterschiede gibt es trotzdem. Während Ostdeutsche ihr Gegenüber im Westen stärker aus eigenen Erfahrungen (67 Prozent) kennen, ist das Bild der Westdeutschen vom Osten mit 48 Prozent hauptsächlich durch die Medien geprägt. Aber immerhin jeder Zweite, der in Westdeutschland aufgewachsen ist, kann sich inzwischen vorstellen, in den Osten zu ziehen. Mit höherem Bildungsabschluss steigt die Bereitschaft, in den Osten zu gehen, noch weiter an. Unter den Ostdeutschen können sich 74 Prozent vorstellen, sich im Westen niederzulassen

Als größten Unterschied zwischen Ost und West nennen 23 Prozent aller Befragten das Einkommen. Das Thema beschäftigt die im Osten Geborenen besonders: Fast jeder Zweite sieht bei Löhnen, Gehältern und Renten Unterschiede zwischen Ost und West. In der Gesamtwertung auf den weiteren Plätzen: die unterschiedliche Mentalität mit 19 Prozent und die Sprache beziehungsweise der Dialekt (12 Prozent).

"Die Umfrage zeigt auch, dass sich die Unterschiede zwischen Ost und West 'normalisieren' und mittlerweile fernab ideologischer Fronten auf der Ebene üblicher regionaler Differenzen geführt werden", sagt Professor Karl-Siegbert Rehberg vom Institut für Soziologie der Technischen Universität Dresden. So geben mehr als die Hälfte der Befragten an, dass sich Nord- und Süddeutsche stärker unterscheiden als Ost- und Westdeutsche.

Die Länderübergreifende Hochschulmarketingkampagne der ostdeutschen Länder – vormals Hochschulinitiative Neue Bundesländer – macht seit 2008 mit der Kampagne "Studieren in Fernost" gezielt westdeutsche Studieninteressierte auf Studienangebote in den ostdeutschen Ländern aufmerksam. Seit 2013 wird die Kampagne unter dem Titel "Mein Campus von Studieren in Fernost" fortgeführt (Agentur Ketchum Pleon). Ins Leben gerufen wurde sie von den Wissenschaftsministerien der Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das sachsen-anhaltische Ministerium ist für die Koordination verantwortlich. Die Kampagne wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.


 

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