
Sabine Schulze; Foto: Dennis Conrad
Sabine Schulze verabschiedet sich vom Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Prof. Dr. Sabine Schulze, seit 2008 Direktorin des Museums für Kunst und Gewerbe (MKG) in Hamburg, wird das Haus verlassen. Sie hat offenbar ein Verlängerungsangebot des Kultursenators Carsten Brosda nicht angenommen. Ihr aktueller Vertrag läuft noch bis Mai 2018.
Zuvor hatte die gebürtige Frankfurterin von 1989 bis 1996 als Kuratorin an der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main gearbeitet. 1996 wechselte die 62-Jährige dann als Leiterin der Gemälde- und Skulpturensammlung für das 19. und 20 Jahrhundert ans ortsansässige Städel.
Im MKG hat sie zunächst die umfangreichen Bauarbeiten begleitet. In einem Interview mit PUBLIC MARKETING im Sommer 2013 sagte Sabine Schulze: "Ich bin ja als Ausstellungsmacherin geholt worden, habe aber erst einmal fünf Jahre gebaut. Das war auch gut so, denn so konnte ich die Sammlung und die Geschichte des Hauses umfassend kennenlernen." Weiter erklärte sie zu ihrer Ausstellungsarbeit: "Der Museumsbesucher möchte schon etwas lernen, aber er möchte das spielerisch tun. Museen müssen von dieser 'oberlehrerhaften Art' herunterkommen, um alle Zielgruppen zu erreichen. Aber das ist schwierig, denn komplexe Themen auf den Punkt zu bringen, ist nicht einfach." Der Besucher müsse mitgenommen werden, damit er sich als Teil des Hauses fühle.
Unter ihrer Führung hat sich das Museum zu einem modernen Ausstellungshaus gewandelt, das immer wieder aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreift und das junge Publikum anspricht, wie bei den Schauen "Endstation Meer? Das Plastikmüllprojekt" (2012/2013), "Böse Dinge" (2013), Game Masters (2016/2017), "Fette Beute - Reichtum zeigen" (2014/2015), "Tattoo" (2015) und "Geniale Dilletanten - Subkultur der 1980er-Jahre in Deutschland" (2016).
Auch in Bezug auf die Kommunikation entwickelte Schulze das Haus weiter und förderte digitale Projekte. 2016 erhielt das MKG einen iF Design Award in der Kategorie "Communication" für die Webseite "MKG Sammlung Online".
Yvonne Wodzak 04.08.2017










