
Andrea Gastager, Chefin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH), kann mit den Ergebnisses des Glücksatlas' sehr zufrieden sein; Footo: Frank Peter
"Deutscher Post Glücksatlas 2015": Schleswig-Holstein erneut an der Spitze
Deutschland ist erstmals seit zwei Jahren wieder etwas glücklicher geworden. So hat die Zufriedenheit der Deutschen 2015 leicht zugenommen und liegt auf einer Skala von 0 bis 10 aktuell bei einem Wert von 7,02. Eine weitere gute Nachricht im 25. Jubiläumsjahr der deutschen Einheit ist, dass sich der Abstand zwischen Ost- und Westdeutschland beim Glücksempfinden weiter verringert hat und nur noch 0,15 Punkte beträgt. So gering war der Unterschied noch nie seit der Wiedervereinigung. Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle "Deutsche Post Glücksatlas 2015".
Glücksranking der Regionen
Die glücklichsten Bewohner Deutschlands leben nach wie vor im hohen Norden: Denn Spitzenreiter unter den 19 deutschen Regionen ist in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge Schleswig-Holstein. Das Bundesland konnte seine Führung sogar auf 7,36 Punkte ausbauen. Das freut insbesondere Andrea Gastager, Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH). Sie hat nämlich Deutschlands nördlichstes Bundesland zum "Glückswachtumsgebiet" erklärt. Ein Porträt über die Tourismuschefin finden Interessierte in der Printausgabe von Public Marketing 11/2015.
Hinter Schleswig-Holstein gibt es einige Veränderungen: So verbesserte sich Baden (7,22 Punkte) vom vierten auf den zweiten Platz. Auch Franken (Platz 5) und Württemberg (Platz 7) zeigen, dass der Süden Deutschlands deutlich aufholt. Den dritten Platz behauptet Niedersachsen/Nordsee (7,17 Punkte), während Hamburg vom 2. Platz (2014) auf den 4. Platz zurückfällt. Die weiteren westdeutschen Regionen bilden das Mittelfeld. Die ostdeutschen Regionen konnten sich zwar verbessern, am stärksten das Vorjahres-Schlusslicht Brandenburg, das auf Platz 17 aufsteigt. Doch bilden sie weiterhin den hinteren Teil des Rankings. Letzter ist Mecklenburg-Vorpommern (6,67 Punkte), knapp hinter Sachsen-Anhalt (6,69 Punkte).
Arbeitszufriedenheit und Digitalisierung
Mit dem diesjährigen Schwerpunktthema "Arbeitszufriedenheit und Digitalisierung" zeigt der "Deutsche Post Glücksatlas" zum einen, dass die Zufriedenheit mit der Arbeit in Deutschland über Geschlechter und Generationen hinweg hoch ist. 69 Prozent der Berufstätigen geben auf einer Skala von 0 bis 10 einen Wert zwischen 8 und 10 für ihre Arbeitszufriedenheit an. Zum anderen veranschaulichen die Ergebnisse, wie sich die Digitalisierung auf die Zufriedenheit mit der Arbeit und die Work-Life-Balance auswirkt. Dabei äußern sich die Berufstätigen überwiegend positiv zur Digitalisierung der Arbeitswelt, sehen sich aber teilweise auch in ihrer Lebensqualität und Arbeitszufriedenheit beeinträchtigt. 55 Prozent der Berufstätigen geben an, die Digitalisierung habe ihren Berufsalltag eher erleichtert, für 10 Prozent hat sie ihn erschwert. Für 71 Prozent ist die Kommunikation mit Kunden und Kollegen durch die neuen Technologien leichter geworden, und 61 Prozent der Berufstätigen meinen, sie seien dadurch produktiver. 57 Prozent bereitet es Freude, dass sich die digitale Technik ständig weiter entwickelt.
Allerdings belegen die Ergebnisse auch, dass die Digitalisierung nur begrenzt eine höhere Zeitsouveränität schafft: 39 Prozent der Berufstätigen meinen, ihre Arbeitszeit dadurch besser einteilen zu können, doch 60 Prozent sehen das nicht so. 47 Prozent sagen sogar, ihre Tätigkeit sei durch die digitale Technik stressiger geworden, und 40 Prozent haben das Gefühl, sie würden dadurch stärker überwacht. Die ständige Erreichbarkeit für Kunden, Kollegen und Vorgesetzte wird von 53 Prozent der Berufstätigen eher negativ bewertet, jeder Dritte sieht sie eher positiv.
Generation Y über Leben und Arbeit
Gefragt wurde in der Erhebung auch nach der Einstellung der Generation Y (Jahrgänge 1980 bis 1995) zu ihrem Leben und ihrer Arbeit. Für 90 Prozent dieser Generation ist beruflicher Erfolg "wichtig" bis "sehr wichtig". Von allen Altersgruppen der Berufstätigen ist es der Generation Y am wichtigsten, im Beruf eigene Ideen verwirklichen zu können. Um sich beruflich weiter zu entwickeln, würden 26 Prozent der Generation Y ihren Job wechseln, bei den älteren Jahrgängen sind es nur 14 Prozent. Jeder Dritte der Generation Y würde für ein deutliches Gehaltsplus den Job wechseln, bei den Älteren ist es nur ein Viertel. In der sehr hohen Wertschätzung eines sicheren und langfristigen Arbeitsplatzes unterscheiden sich die Generationen aber kaum. Auffällig ist, dass sich aus Sicht aller Berufstätigen, vor allem aber der jungen Generation, beruflicher Erfolg und Familienleben nur schwer miteinander vereinbaren lassen. 68 Prozent der berufstätigen Frauen der Generation Y sind der Meinung, dass jemand, der mehr Zeit für seine Familie einfordert, sein berufliches Weiterkommen gefährdet.

Die aktuelle Kampagne "Glückswachtumsgebiet" der TASH stammt von feldmann+schultchen, Hamburg
Yvonne Wodzak 25.11.2015










